Nun auch mit SSL

Lange hatte ich es schon vor, jetzt hab ich bei meiner Domain auch ein SSL-Zertifikat eingerichtet. Also beim Aufruf von https://alexander-schnapper.de wurde die Seite verschlüsselt, bevor sie über das Internet übermittelt wurde.

Das nur als Kurzmitteilung hier im Blog.

Danke @PiratenHessen – adieu @Piratenpartei #Piraten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit auch meine Zeit und Mitgliedschaft in der Piratenpartei. Damit werde ich ab 2017 nicht mehr in der Piratenpartei Mitglied sein. Parteilos. Nicht machtlos. Und nicht politikverdrossen. Im Gegenteil.

Schon seit längerer Zeit und auch nach meinem Rücktritt-Entschluss dieses Jahr als Politischer Geschäftsführer war nicht nur ich gefrustet und auch ausgebrannt, sondern auch habe ich zu oft Erwartungen an Neuanfänge oder neue (Mit)-Vorstände gehabt die doch nicht erfüllt oder nur zum Teil erfüllt wurden.
Zuletzt kamen aber verstärkt gesundheitliche Probleme und Änderungen in meinem Privatleben hinzu, so dass ich vor wenigen Wochen entschied, die Mitgliedschaft in der Piratenpartei zum Ende 2016 zu beenden.

In all den vielen Jahren habe ich sehr viel erlebt und gelernt, nicht nur an Erfahrung im politischen Umfeld und Umgang mit anderen politischen MitstreiterInnen (ob innerparteilich oder bei der politischen Konkurrenz oder Partner-Parteien zB Die Linke, Die PARTEI oder bei den Grünen). Die überwiegende Zeit war anstrengend, auch mit viel Frust und Überzeugungsarbeit verbunden. Dies wird kein xter Blogbeitrag über die Fehler in der Partei sein – dazu gibt es ja mehr oder minder realistische oder von Hass triefende Blogbeiträge anderer Ex-Piraten. Die Fehler oder Probleme in der Partei sind den meisten immer noch verbliebenen Piratenmitgliedern bekannt, nur wird doch fast nur noch weiter so gemacht oder nicht genau analysiert, wie Fehler vermieden werden können.

Daher mal an dieser Stelle ein DANKE!

Danke Piratenpartei Hessen / Piratenpartei:

  • dass ich sehr viel über Parteipolitik oder wie man sie gestalten kann lernen durfte
  • dass Hessen nicht nur aus Frankfurt besteht
  • dass Offenbach immer noch zu Hessen gehört 🙂
  • für die vielen tausend E-Mails auf Mailinglisten
  • für die noch viel mehr ungelesenen Troll-E-Mails von Störenfrieden und Trollen – NICHT!
  • für das Kennenlernen von tollen Menschen
  • für die Freundschaften, die bei einigen und mir entstanden sind
  • für die Parteitage, die auch hoch emotional waren
  • für spannende, interessante und inspirierende Menschen, die leider nicht mehr unter uns sind wie Andrea oder Sascha
  • für die viele Erfahrung im politischen Umfeld
  • für die Arbeit die anstand und erste Erfahrungen auf Podien und Vorträgen
  • für die tollen Menschen europa- und weltweit mit den gleichen (oder ähnlichen) Zielen
  • für die CDU und deren Law-and-Order-Politiker, die uns tagtäglich daran erinnern, dass wir uns mehr und mehr zu einem Überwachungsstaat entwickeln und leider vielen das völlig am Ar… vorbei geht
  • für kalte und heiße Wahlkämpfe mit viel Spaß, Mate, Bier und Apfelwein
  • für kreative und erfolgreiche Infostände, auch bei den CSDs in Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt
  • für den Erfahrungsaustausch auf Landesvorstandsebene, speziell an Volker, Robin, Jeanette, Robin, Bert, Michael B und Knut, Michael K sowie auch an Ralf in der Hessen-IT
  • für die Bundes- und Hessen IT
  • für die PiratenkollegInnen im alten Social Media Team (Sascha, Tom und Marie) und auch an Ben!
  • für die Kontakte auch außerhalb der Partei (die ich natürlich nicht weiter missen werde)
  • für die Streitigkeiten die es gab und noch gibt, die auch dazu führten, dass leider viele kreative und wichtige Menschen die Partei verließen (ob mit Fruss, Hass oder gemischten Gefühlen)
  • für die nun frei werdende Zeit, die in mein Privatleben fließen wird
  • für die weiterhin wichtigen Ziele und Visionen, die auch ich außerhalb der Partei angehen möchte, nur nicht mehr mit so viel Verpflichtung oder „Druck“, sondern überparteilich und in NGOs
  • für vieles andere was ich gerade nicht aufgelistet habe, was aber auch aufgelistet gehört…

Gestern (17.12.2016) fand der Landesparteitag der Piratenpartei Hessen in Kassel statt – mit Vorstandswahl, es wurde ein neuer Landesvorstand gewählt. Ich wünsche ich dem neuen Vorstand, gerade auch Herbert als ersten Vorsitzenden, viel Kraft bei den anstehenden Aufgaben.

Ich werde mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Partei verlassen. Die überwiegende positiven Erinnerungen und Erlebnisse überwiegen gegenüber den negativen Erfahrungen und Erkenntnissen. An dieser Stelle könnte ich natürlich irgendwelche klugen politischen Sprüche aufführen. Wahrscheinlich wären „Beim Klabautermann“ oder „Steht doch im Wiki“ eher angebracht. 🙂

Unabhängig von Parteizugehörigkeit – der Kampf für eine freie und menschenwürdigere Welt geht weiter, für mehr soziales Miteinander, für eine deutlichere humanistische Umgebung, gegen eine vom Staat kontrollierte Überwachung und Schere im Kopf. Für Weltfrieden, Pressefreiheit, Menschenrechte (statt rechter Menschen!), Whistleblowerschutz, Nachhaltigkeit und sinnvolle Investition in unsere Infrastruktur und Netze, Umwelt und Naturschutz, Bildung, undundund… Ja, die Programme und Ziele der Piratenpartei unterstütze ich auch weiterhin. Nur brauche ich dazu nicht Mitglied in der Partei sein.

Weihnacht statt Angst!

Danke!

Tschüß WhatsApp

pixabay / arivera

pixabay / arivera

Ja, heute deinstalliere ich WhatsApp von meinem Handy endgültig. Schon seit über 2 Jahren nutze ich andere Messaging Dienste wie Threema (ist kostenpflichtig), Telegram und seit über einem halben Jahr Signal. Auch weil deren Dienste nicht an Facebook oder andere Dienste gekoppelt sind und deren Datenschutz mehr greift als der von WhatsApp. Die Benutzung von Telegram und Signal ist kinderleicht, macht Spaß und ist einfach zu installieren. Telegram hat auch noch einen Desktopclient für mehrere Betriebssysteme. Bei Signal gibt es eine Google Chrome (Chromium)-Erweiterung dazu.

Folgenden Text schicke ich derzeit an die wenigen Kontakte die mit mir auf WhatsApp noch chatten (hauptsächlich Familienangehörige) – der Rest meiner Kontakte ist bei Telegram, Signal und bei Threema.

„Hallo, ich möchte informieren das ich den neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp nicht zustimmen und deshalb die App deinstallieren werde. Ich bin mit der Weitergabe der Daten an Facebook nicht einverstanden, die auch selbst dann stattfindet, wenn der Nutzung widersprochen wird. Aber das ist kein Grund zur Nicht-Kommunikation – denn ich nutze die kostenlosen und deutlich besseren Alternativen wie Threema, Telegram und Signal (gerade diese wird von Edward Snowden empfohlen). Auch bin ich weiterhin über andere Kanäle wie Telefon, SMS und E-Mail erreichbar. Wenn Du auch wechseln möchtest, zB zu Signal hin, dann ist das kein großes Hexenwerk, einfach die App „Signal“ im jeweiligen AppStore von Android oder iOS (Apple) herunterladen, installieren und fertig. Weitere Informationen zu meinem Schritt und weshalb WhatsApp nicht optimal ist, kannst Du meinem Blog auf alexander-schnapper.de entnehmen. Bis bald und hoffentlich bei einem sicheren Messenger, Alex“

Wie im Text schon ersichtlich bin ich ja nicht aus der Welt, SMS funktioniert auch noch, das Telefon ebenso und per E-Mail bin ich weiterhin erreichbar. Und das Argument „Ja, aber bei den anderen Diensten ist niemand“ lasse ich nicht mehr gelten. Was meint ihr, wie es beim Anfang von WhatsApp war? Da waren es auch nicht sofort x-Millionen von Menschen die kommunizierten. Bei Threema und Telegram werden es immer mehr und bei Signal merke ich deutlich einen Anstieg von Nutzung durch Nicht-Nerds. Neulich erst war ich auf einer Hochzeit und ein anderer Gast meinte zu mir, schick mir doch kurz eine Nachricht via Telegram – zuerst dachte ich, ich hätte mich verhört, aber diese Person nutzt kein WhatsApp, sondern Telegram als Messagingdienst.

Also, es ist nicht schwierig. Umsteigen ist kinderleicht und bei Signal gibt es auch Emojis und das Chatten macht Spaß. Bei Signal und Telegram gibt es auch Gruppenfunktion und bei Signal können auch Telefonate geführt werden. Übrigens, bei der Süddeutschen gibt es einen guten Artikel darüber, was getan werden kann um das Teilen der Telefonnummer mit Facebook durch WhatsApp zu widersprechen (wobei die Frist heute endet, 25. September 2016). Und wer die Fühler ein wenig ausstrecken möchte – der Bundesverband der Verbraucherzentrale hat WhatsApp abgemahnt (hat eher was von Symbolkraft). Es gibt ja auch weitere Alternativen zu WhatsApp – bei heise c’t gibt es einen Artikel dazu. Und wer meint, WhatsApp sei sicher vor dem Ausspähen durch Geheimdienste übersieht, dass das BKA (Bundeskriminalamt) laut seinem Chef eine Überwachung von WhatsApp „als besondere Herausforderung“ doch stärker an den Daten interessiert ist als gedacht. Natürlich im Kampf gegen den Terror. Aber – bist Du ein Terrorist? Nein? Wieso wirst Du dann überwacht? Gute Frage – aber die Antwort dazu lautet immer – „wegen Terrorgefahr“.. oder ähnlich.
Als ob Terroristen WhatsApp nutzen würden..

Und wenn wir schon dabei sind, es soll ein neues BND Gesetz verabschiedet werden – warum alle (außer der Bundesregierung) dagegen sind, könnt ihr bei netzpolitik.org hier nachlesen, auch warum am Montag dagegen demonstriert wird.

Übrigens, die neue Google Messaging App „Allo“ ist genauso datenhungrig wie WhatsApp – hier ein Beitrag bei The Verge (auf englisch) – auch hier warnt Snowden vor der Nutzung.

Und – wie macht ihr es? Bleibt ihr weiterhin bei WhatsApp? Nutzt ihr schon Alternativen dazu? Welche denn? Schreibt mir eure Kommentare dazu auf, eventuell sind wir schon bei den Alternativen in Kontakt (Threema, Telegram, Signal,..)

Update: hier die Screenshots meiner WhatsApp Account Löschung:

Und natürlich die App auch gelöscht

Headerbild: pixabay / arivera

Nachtrag 30. September 2016:
Hab auch via Twitter und über Facebook Direktnachrichten erhalten und auch bei anderen Blogs wird darüber diskutiert. Zum Beispiel fragt sich Knuut wann der richtige Zeitpunkt auch für Kirchen ist, entweder von Facebook oder WhatsApp sich zu verabschieden und realistisch mit Alternativen auseinanderzusetzen. Viele Punkte – gerade auch in Hinsicht des Datenschutzes – werden gar nicht mal angesprochen. Es bleibt spannend.

Nachtrag 04. Oktober 2016:
Ralpe ist in seinem Blog auch darauf eingegangen, aber etwas anders, als ich es vermutet habe: WhatsApp-Seelsorge: The Times They Are a-Changin‘. Ich hab da auch gleich im dortigen Blog was kommentiert.