Barcamp München Tag 1 #bcmuc

Endlich komme ich auch dazu, einen Bericht vom Barcamp München zu schreiben, hab das doch zu lange vor mir hergeschoben. Ein wenig bin ich ja durch die anderen guten Blogberichte darüber schon eingeschüchtert, aber bevor ich es doch sein lasse, schreib ich einfach was auf.

Durch meinen Rückzug aus der Piratenpartei und das Konzentrieren meiner dadurch frei gewordenen Zeit auf mehr Privates und wieder das Netzwerken und Teilnehmen bei Barcamps hab ich mein persönliches Barcampjahr in München gestartet. Endlich wieder normale Menschen, die eine ähnliche Leidenschaft für digitale Themen haben. Endlich wieder Vernetzung, Spaß und Neues. Durch ein tolles Organisationsteam und durch die tatkräftige Unterstützung vor allem durch Microsoft Deutschland konnte es stattfinden. Die Themen oder Sessions werden nicht durch die Organisatoren, sondern von den TeilnehmerInnen bestimmt.

In diesem Blogbeitrag möchte ich daher auf den ersten Tag des Barcamps eingehen, da habe ich fünf Sessions besucht und sehr viel gelernt. Auf Twitter und anderen sozialen Medien wurden die Erinnerungen unter dem Hashtag #bcmuc festgehalten.

Warum ich eure Blogs so Scheiße finde

In der ersten Session von Christian de Vries mit dem deutlichen Titel ging es um die Qualität der Blogtexte die nach Barcamps entstehen. Viel zu oft sind es nur lieblose Zusammenstellungen und die LeserInnen die nicht vor Ort dabei waren, fühlen sich nicht mitgenommen. Auch über die Art und Weise wie Texte entstehen wurde in der kleinen Gruppe diskutiert.  Ich selber merkte, dass ich mit alten Blogbeiträgen zu der mangelhaften Berichtsweise dazuzählte. „Barcamp München Tag 1 #bcmuc“ weiterlesen

Der Webmontag Frankfurt hat relaunched #wmfra

Eine lang ersehnte Nachricht für alle #wmfra Fans. Die Website des Webmontag Frankfurt wurde aktualisiert:

Wo vorher nur ein Eventfoto mit der nächsten Terminankündiung und Links zu den weiteren wmfra Social Media Profilen zu finden war, ist nun eine gut übersichtliche Website.  Im wmfra-Blog erfährt man wieder einiges.

Außerdem empfehle ich euch den YouTube Kanal vom wmfra zu abonnieren, so könnt ihr automatisch neue Videos anschauen und dort auch benachrichtigt werden, wenn ihr zum Beispiel mal nicht zum Webmontag kommen oder ihn nicht live via Livestream Watch ansehen konntet.

Auch sehr schöne Nachrichten – in den Webmontag Frankfurt Flickr Fotogalerien wurde das „Non-Commercial“ bei der Creative Commons-Lizenzierung entfernt:

 

Titelbild: Screenshot wmfra.de

Themesgedöns

Kittens, pixabay: tpsbay, CC0 Public Domain

Seit einiger Zeit fange ich wieder an vermehrt Blogbeiträge zu generieren und es macht wieder mehr Spaß. Sogar Marko will wieder mehr bloggen. Steht so im Internet. Die letzten Tage hab ich immer wieder das Theme geändert, habe eines gefunden aber das bedarf intensiven Umbaus des ganzen Blogs. Bis dahin hab ich jetzt das WordPress 2017er Theme genommen.

Warum ich süße Kätzchen als Beitragsfoto genommen habe? Weil halt. Sind ja auch süß.

Viel Spaß weiterhin. 🙂

Beitragsfoto: Kittens, pixabay: tpsbay, CC0 Public Domain

Der Hessische Rundfunk mit #hrSOpenAir möchte beim #VSP16 teilnehmen (Virenschleuder-Preis)

Heute morgen sprang mir der Tweet von Paul in die Timeline und ich hab mich sehr darüber gefreut. Der Hessische Rundfunk mit seinem #hrSOpenAir ist nun in der Abstimmung zur Aufnahme in die Shortlist beim Virenschleuder-Preis eingetragen und alle können mitmachen und mithelfen, dass „#hrSOpenAir“ gewinnen könnte.

Social Media Reporter beim #hrSOpenAir. Foto: Paul Dylla
Social Media Reporter beim #hrSOpenAir. Foto: Paul Dylla

Ähm, VSP / Virenschleuder-Preis? Wie, was ist das denn? Der Virenschleuder-Preis wurde 2011 von Leander Wattig und der Frankfurter Buchmesse gestartet und genießt seit vielen Jahren hohes Ansehen in der Welt des Marketings und der Kultur. Ich zitiere mal von deren Website:

Marketing ist dann besonders erfolgreich, wenn es nachhaltig und „ansteckend“ ist. So es einen Nerv der Menschen trifft, erzeugt es mehr Aufmerksamkeit als sich jemals kaufen ließe. Das Ziel ist also klar.

Doch wie geht das? Patentrezepte dafür gibt es nicht und niemand hat eine Glaskugel, mit der sich Erfolg sicher voraussagen lässt. Das Beste, was wir tun können: ausprobieren, Erfahrungen sammeln und diese miteinander teilen, sodass wir voneinander lernen können.

vsp-logo-500Im Blogbeitrag vom VSP zur Einreichung von #hrSOpenAir wird auch der Hintergrund der Aktion erläutert, auch mit schönen Fotos und Texten von Paul Dylla. Da ich ja auch selbst an der Aktion teilgenommen habe und im Vorfeld darüber gebloggt hatte, freue ich mich sehr, wenn ihr mithelfen könntet online abzustimmen. Ihr könnt natürlich auch allen anderen die daran interessiert sind davon berichten und bei der Verbreitung helfen. Danke.


Vielen Dank Paul!

#waszaehlt – Johannes und das Netz #wirfuerhannes

figure-552117 by ErikaWittlieb CC0 Public Domain

Der Wochenstart heute (Montag) startete bei mir damit wie üblich den Flugmodus am Mobiltelefon zu beenden und zu schauen, was für Nachrichten oder Neuigkeiten denn alles so zwischen dem Schlafengehen und dem Aufwachen so passierte. Zuerst war ich über eine Threema-Nachricht irritiert, in der eine Freundin bezüglich Johannes und Kontakt zu ihm bat. Ich verstand die Nachricht nicht so ganz, immerhin kannten sich beide Personen auch via Twitter, da konnte ich nicht wirklich helfen. Allerdings sah ich in den Notificationbar eine Nachricht die mich zuerst mehr erschreckte – die mit dem Ansbach-Attentäter. Ich wollte der Freundin später antworten, allerdings hab ich das vergessen gehabt bis heute spätmittag. Ändern hätte ich allerdings leider nicht mehr viel.

Dann entdeckte ich Tweets mit Aufrufen die Augen aufzuhalten und nach Johannes Ausschau zu halten. Im ersten Moment hab ich das nicht ganz kapiert, dachte zuerst an ein neues Meme oder Spiel im Netz. Dann las ich auf einem Facebookbeitrag den Grund für die Sorge, den „Abschiedsbrief“ oder letzten Blogpost von Johannes oder Hannes wie er sich nannte. Ich las den Beitrag. Einmal. Dann ein weiteres Mal. Ich schluckte. Musste kurz das Handy weglegen, den Fernseher mit dem laufenden Morgenmagazin ausschalten, tief Luft holen und meine Augen verschlangen jedes Wort seines Postings im Blog. Nun verstand ich die vielen Tweets und Facebook-Beiträge mit Hinweis mit seinem Foto. Ich beteiligte mich, retweetete und teilte die Suchaufrufe und machte mir auch Sorgen. Viel tun konnte ich nicht. Jedenfalls konnte ich nicht nach Bochum aufbrechen und ihn dort suchen. Ich kannte ihn nur via Twitter und leider nicht persönlich. Wir folgten uns zwar gegenseitig, aber richtig privat hab ich ihn nicht kennenlernen dürfen. Anders viele andere, die ihn bei der re:publica antrafen. Allerdings hab ich ihn immer geschätzt und bewundert. Besonders über sein Engagement für andere, als „Gesicht“ der GLS Bank bei Social Media (mit Rouven), gerade bezüglich das Projekt #einbuchfuerkai. Ich kann Johannes deshalb nicht Hannes nennen, weil ich ihn nur als „@jkorten“ von Twitter her kannte.

Immer wieder bricht der Blog von Johannes zusammen, Inhalte sind nicht sofort abrufbar, also mach ich Screenshots von seinem Blogpost und kopiere seinen Text als ich es doch schaffe durchzukommen – weil ich nicht den Googlecache aufrufen möchte. Immer wieder schaue ich auf seinem Twitteraccount nach, ob nicht doch ein Lebenszeichen von ihm kommt und seine Familie, Freunde und die „Netzgemeinde“ aufatmen kann.

iC9PeOFfDoch dann plötzlich taucht ein Tweet mit der traurigen Gewissheit auf, der auf den Polizeibericht der Polizei Bochum hinweist: „POL-BO: Vermisster Johannes Korten tot aufgefunden„. Ein dicker Kloß macht sich in mir breit. Ich bin auf der Arbeit, muss kurz innehalten. Und dann bricht auch die Trauer darüber bei Twitter und Facebook aus. Die ersten Menschen die über die Ernsthaftigkeit einer Depression nicht so auf der Höhe sind, versuchen zu trollen und zu provozieren und beschimpfen Johannes als „feige“. Ich gehe nicht auf diese Menschen ein. Sie haben meine Zeit nicht verdient. Auch heute und für die Zukunft ist es wieder wichtig, über Depression und die Auswirkungen zu sprechen. Nicht alle können sich so öffnen und offen über ihren Suizidversuch reden wie zum Beispiel Uwe. Er wurde für seine Ehrlichkeit und offene Art der Kommunikation im Umgang von vielen kritisiert und zu Unrecht angegriffen. Aber Menschen mit Depressionen und die auch darüber reden möchten anzugreifen ist feige und nicht richtig. Auch die aktuelle Diskussion über Amokläufer mit Depressionen hilft nicht korrekt. Auf einmal werden Menschen mit Depression stigmatisiert und in einen Topf mit Attentäter und Amokläufer geworfen. Deswegen sind Aufrufe mehr über Depression zu diskutieren richtig und wichtig. Aber nicht nur diskutieren, sondern mit den Menschen zu reden, interagieren. Jedenfalls nicht bedauern, sondern normal mit ihnen sprechen.

Den Tag über schon verwendeten viele die nach Johannes suchten den Twitter-Hashtag #wirfuerhannes. Inzwischen trendete er auch. Aber darauf kommt es nicht an. Es kam darauf an, das viele Menschen die Johannes nicht persönlich kannten (so wie ich) sich um ihn sorgten und Gedanken machten oder auch beteten. Frank Tentler schrieb auf Facebook:

„Die schreckliche Ahnung ist Gewissheit geworden: Johannes Korten ist tot.
Seine Familie und seine Freunde sind fassungslos und müssen sich nun dem Unbegreiflichen stellen.

Sie haben eine Bitte:
Nehmt Anteil, aber gebt ihnen den nötigen Raum und die Ruhe, mit dieser Situation umgehen zu lernen.

Das Netz war für Johannes ein greifbarer und – mit unser aller Hilfe – ein guter Ort. Ein Spiegel unserer Gesellschaft. Die Möglichkeit, auf Missstände zu reagieren und Dinge besser zu machen. Es war aber auch der Ort, wo er Abschied von seinem Leben nahm. Sein Abschied macht uns sehr traurig, weil er ein trauriges Beispiel dafür ist, dass selbst Menschen, die immer allen jederzeit halfen, manchmal keine Hilfe zu suchen und zu finden vermögen.

Allen, die den Tag über die Suche nach Johannes unterstützten, möchten wir danken. Hannes war vielen Menschen wichtig und ein guter Freund. Denkt an ihn, erinnert euch an ihn. Aber bitte vergrößert nicht den Schmerz seiner Familie und engen Freunde durch eine öffentliche Diskussion seines Tods. Hannes hat sich verabschiedet. Es bleibt unendliche Trauer bei den Menschen, die ihn geliebt und geschätzt haben.

Wenn ihr wollt, dass man sich an ihn erinnert, dann erzählt von Euren Begegnungen mit Hannes und wie er das Netz für Euch zu einem guten Ort gemacht hat.
Wenn ihr wollt, dass er nicht vergessen wird, lebt die Ideale, die er selbst gelebt hat.“

Johannes letzter Wunsch auf seinem Blogpost:

„Wenn ich einen letzten Wunsch hätte, dann wäre es der hier: Schaut in jeder Situation gemeinsam nach vorn. Seit achtsam mit euch selbst und dann aufeinander. Macht die Welt im Großen wie im Kleinen wieder zu einem guten Ort. Lebt den Gedanken, dass das gemeinsam im Miteinander möglich ist, weiter. Das wäre mir ein letzter Trost. Vielleicht bekommt mein Dasein dann doch noch einen Sinn.“

Mein kleiner Abschied an Johannes:

Lieber Johannes – ruhe in Frieden!
Anscheinend ging es nicht anders – leider. Du hast nicht nur im Netz tiefe Wunden hinterlassen. Nicht nur bei Deiner Familie, Deinen engen Freunden und Verwandten, Bekannten und Deinem Umfeld gibt es unbeantwortete Fragen. Ich hoffe und bete, dass wir uns auch weiterhin an Deinen letzten Wunsch erinnern und zukünftig uns mehr um Menschen kümmern. Danke für Dein bisheriges Schaffen und dass Du da warst und in jeden einzelnen von uns kleine und große Dinge bewegen konntest. Und irgendwann werden wir uns alle sehen. Mögen wir dennoch für unsere Zukunft mehr von Dir in uns tragen und uns an Dich erinnern.
Bis dahin…

Mehr fällt mir gerade nicht ein, was ich noch schreiben könnte oder auch sollte oder auch nicht…

Bisher gab es auch schon einige schöne Blogbeiträge mit Erinnerungen an Johannes, dies sind sind sicherlich nicht alle, ich verlinke einfach zu den Beiträgen die mir bekannt sind. Falls ihr weitere kennt, hinterlasst doch Links zu diesen im Kommentar. Danke.

  1. http://www.livingthefuture.de/2016/07/25/johannes/
  2. http://primamuslima.de/johannes-korten/
  3. http://e13.de/blog/der-ganze-rest/das-schwarze-woelkchen/
  4. http://jelimuki.de/2016/07/03/litcamp-4-einlichtfuerlinsensicht/ (Johannes wird darin erwähnt)
  5. http://happybuddha1975.de/danke-johannes/
  6. http://www.gala.de/lifestyle/galaxy/johannes-korten-dramatische-suchaktion-nach-vermisstem-blogger_1494285.html
  7. http://nullenundeinsenschubser.de/2016/07/johannes-korten-1974-2016/
  8. http://isabelbogdan.de/2016/07/25/glueck-auf/
  9. http://www.arbeiten4punkt0.org/2016/07/wirfuerhannes/
  10. http://hehocra.de/ein-punkt-ohne-happy-end/
  11. http://www.tollabea.de/menschen-mit-depressionen-bleibt-bei-uns-gedanken-am-wirfuerhannes-tag/
  12. https://dirkkropp.wordpress.com/2016/07/25/johannes/
  13. http://www.ostwestf4le.de/2016/07/25/wirfuerjohannes-johannes-korten-ist-tot/
  14. https://www.freitag.de/autoren/soloto/selbstmord-eines-bloggers
  15. http://burntimes.com/7782-der-vermisste-blogger-johannes-korten-%E2%80%A042-wurde-in-bochum-tot-aufgefunden/
  16. https://riedelwerk.wordpress.com/2016/07/26/754-am-ende/
  17. http://www.herz-und-liebe.com/machs-gut-hannes/
  18. http://www.charmingquark.de/2016/07/25/nachruf-auf-einen-freund/
  19. http://jens.ruhr/johannes-korten-ist-tot-wirfuerhannes/1058/
  20. http://www.herzdamengeschichten.de/2016/07/26/johannes-korten-1974-2016/
  21. https://heimatgezwitscher.wordpress.com/2016/07/26/der-fruehe-vogel-fliegt-nicht-mehr-goodbye-hannes-wirfuerhannes/
  22. http://literaturcamp-heidelberg.de/2016/07/johannes-korten-der-versuch-eines-nachrufs/
  23. http://familylifeloveandcooking.blogspot.de/2016/07/depressionen-das-ende-eines-lebens.html
  24. https://derkleinegemischtwarenladen.wordpress.com/2016/07/25/am-ende/
  25. Johnny Haeusler im spreeblick über Johannes Korten
  26. Warum – von Herr Bock
  27. Für Hannes – von Juna
  28. Ohnmacht von Alena Dausacker
  29. Trauer anne Ruhr – pottblog
  30. R.I.P. Johannes, danke für #EinBuchFuerKai von Doris Schuppe
  31. RIP Johannes Korten von Christian Spließ

Und – wenn ihr Depressionen habt oder ihr euch nicht verstanden fühlt, ruft lieber die TelefonSeelsorge an, unter Telefon: 0800-1110111.

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Titelfoto: figure-552117 by ErikaWittlieb CC0 Public Domain via pixabay