Rassismus ist wie beten – danke @ralphruthe und @erzaehlmirnix

Ein Tweet von Ralph Ruthe veranlasst erzaehlmirnix zu einem weiteren großartigen Comic. Vielen Dank dafür.

Tweet von Ralph Ruthe:

Comic von erzaehlmirnix:

🙂 Tweet des Tages für mich vom 27.12.2016

Stop. Think. Respect. ‚The Invisible Discriminator‘ by beyondblue #StopThinkRespect

Über Kress bin ich auf dieses Video der australischen Organisation „beyondblue“ gestoßen. Es ist ein Video welches auf die unausgesprochenen Diskriminierungen im Alltag aufmerksam macht. Es sind Situationen die alle von uns schon kennen oder auch erlebt haben, diese Blicke oder Gesten von anderen anderen Menschen, die einem ein Gefühl von Abwertung geben, also das man sich weniger Wert fühlt als andere. In diesem Video geht es vor allem um die Diskrimierung in Australien und wie einige Australier die Ureinwohner (Aborigines) durch einen bestimmten Rassismus diskriminieren. Es ist ein gut gemachtes Video, das auch auf andere Länder und Kulturen anwendbar ist, aber es regt sehr zum Nachdenken an.

http://www.youtube.com/watch?v=MvTyI41PvTk

Hier die englische Beschreibung der Kampagne von beyondblue:

beyondblue’s new national anti-discrimination campaign highlights the impact of racism on the social and emotional wellbeing of Aboriginal and Torres Strait Islander people. 

Research shows that subtle or ‚casual‘ racism can be just as harmful as more overt forms. Imagine being judged in a job interview by the colour of your skin, rather than the strength of your CV. How would you feel if you were watched in a shop or treated differently on public transport?

Why should anyone be made to feel like crap, just for being who they are?   

Stop. Think. Respect. encourages everyone in Australia to check their behaviour. Stop the discrimination, think about how your comments or actions could cause real distress and harm, and respect people who are different from you.

Und gestern Abend bin ich dann auf einen Vine Ausschnitt von ABC gestoßen, der dazu passt:

Was haltet ihr von den Videos, habt ihr auch ähnliche Erfahrungen gehabt, miterlebt, wie seid ihr damit umgegangen, fändet ihr so eine Kampagne in Deutschland auch sinnvoll?

Ich habe unterzeichnet – und du? Die #Unvereinbarkeitserklärung der #Piratenpartei

Ich habe soeben im Wiki der Piratenpartei Deutschland die Unvereinbarkeitserklärung mit unterzeichnet (es werden ständig mehr). Was genau hab ich da eigentlich unterzeichnet? Ursprünglich von einem Text des Chaos Computer Clubs vom 8.5.2005 ist nun im Piratenwiki das entstanden, wobei das nicht nur für Piraten gelten kann/sollte, aber aufgrund der derzeitigen Situation und Diskussionen um und über uns Piraten wichtig ist (ich habe dabei auch zu den Wikipedia-Artikeln der einzelnen Begriffe verlinkt, falls das noch niemandem was sagen sollte) :

Wir sind eine globale Gemeinschaft von Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Abstammung sowie gesellschaftlicher Stellung, offen für alle mit neuen Ideen.

Wer jedoch mit Ideen von Ras­sis­mus, Sexis­mus, Homo­pho­bie, Ableis­mus, Trans­pho­bie und ande­ren Dis­kri­mi­nie­rungs­for­men und damit verbundener struktureller und körperlicher Gewalt auf uns zukommt, hat sich vom Dialog verabschiedet und ist jenseits der Akzeptanzgrenze.

Wer es darauf anlegt, das Zusammenleben in dieser Gesellschaft zu zerstören und auf eine alternative Gesellschaft hinarbeitet, deren Grundsätze auf Chauvinismus und Nationalismus beruht, arbeitet gegen die moralischen Grundsätze, die uns als Piraten verbinden.

Die unterzeichnenden Piraten erklären das Vertreten von Rassismus und von der Verharmlosung der historischen und aktuellen faschistischen Gewalt für unvereinbar mit einer Mitgliedschaft.

[tweet https://twitter.com/pirantifa/status/188749595088658433 lang=’de‘]

Was Marina (@afelia) sagt: Mir reichts! (auch!!)

Der folgende Text entstammt von Marina Weisband und wurde heute auf Ihrer Website veröffentlicht (durch die vielen Aufrufe ist die Website nicht erreichbar, die Kopie des gesamten Textes auch in ihrem Wiki zu finden)

Marina Weisband
Marina Weisband, politische Geschäftsführerin Piratenpartei Deutschland

… Aber gefragt werde ich immer wieder nach den Rechten in unserer Partei. Dass sie parteiintern bei uns nichts zu melden haben und wenigstens regelmäßig auffliegen, ist dabei nicht interessant. Einerseits liegt das natürlich daran, dass es eine Angriffsfläche ist und andere Parteien Wahlkampf machen. Es liegt aber auch an unserer Reaktion darauf. Die meisten Piraten, die ich kenne, sprechen sich völlig klar gegen diese Menschen aus. Als das PAV von Thiesen gescheitert ist, haben alle kollektiv gekotzt. Aber einige schaffen es nicht, sich ohne Relativierungen einfach klar von solchem Gedankengut zu distanzieren. Einige verweisen gar auf die Meinungsfreiheit. Mit dieser Diskussion lenken wir prima von dem ab, was uns wichtig ist. Unsere Ideen versinken in lauter Müll und Dreck. Das will ich nicht stehen lassen.

Also Folgende Punkte:

1. Wir müssen Nazis nicht dulden. Meinungsfreiheit ist ein Gut der Gesellschaft. Juristisch muss der Staat es ertragen, wenn Rechte Zeug reden, das noch legal ist. Aber wir sind eine Partei! Parteien sind nicht stellvertretend für die ganze Gesellschaft oder den ganzen Staat. Parteien sind parteiisch. Parteien sind Zusammenschlüsse von Menschen, die mehr oder weniger ähnlich in ihren Idealen sind. Eine Partei muss nicht alles dulden, was der Staat duldet.

2. Wir müssen auch politisch vorgehen. Ich weiß, dass die meisten sich wünschen, bestimmte Typen, die rechtes Gedankengut verbreiten, aus der Partei zu schmeißen. Wir versuchen es jedes Mal. Aber die wenigsten PAVs kommen durch. Juristisch ist das nicht so leicht, was auch die SPD in jüngerer Zeit erfahren durfte. Die Grünen hatten bei ihrer Gründung ein gewaltiges Nazi-Problem. Aber sie haben es überwunden. Das geht nicht nur juristisch, das geht auch politisch. Wenn ein PAV scheitert, bleibt immer noch die Möglichkeit, als Partei deutlich zu machen, dass rechtes Gedankengut keinen Platz bei uns hat. Die Verbreiter dieser Meinungen und Lügen dürfen nicht auf Veranstaltungen eingeladen werden, keine Ämter bekommen, nicht für die Piraten sprechen. Rufe ich damit zum Mobbing auf? Nein, denn hier gibt es einen wichtigen Unterschied: Dieses politische Zeichen ist nicht bedingungslos. Es richtet sich nicht gegen den Menschen, sondern gegen die Meinung. Wenn der Rechte seine eigenen Aussagen und Ansichten revidiert, seine Einstellung glaubhaft ändert, bin ich die erste, die persönlich mit ihm oder ihr in Dialog tritt. Jeder hat die Chance, zu lernen. Aber nur, wenn man das offen und glaubhaft tut. Solange noch diskriminierende Aussagen jedweder Art fallen, will ich sie in dieser Partei nicht tolerieren.

3. Menschen und Ansichten. Nazis einfach aus allen Parteien auszuschließen oder politisch zu isolieren ist nicht die ganze Lösung des Problems. Dadurch geht es nicht weg. Wir müssen uns als Gesellschaft (nicht als Partei!) um diese Menschen kümmern, sie bilden, sie bekanntmachen, ihnen erklären. Wir müssen ihnen immer einen Rückweg offen lassen. Sie treffen die Entscheidung. Viele haben rechte Ansichten aus ihrem Elternhaus oder von ihren Schulfreunden mitbekommen. Wir dürfen diese Menschen nicht ohne Kampf dem Hass überlassen. Aber gegen die Ansichten, die sie vertreten, müssen wir erbarmungslos sein. Denn wir sind besser als die Nazis, wenn wir bestimmte Ideen ausgrenzen.

Ich fordere dazu auf, dass jeder Pirat sich deutlich, ohne Relativierung, distanziert von – Rassismus – Nazionalsozialismus – Geschichtsrevisionismus – Antisemitismus – Islamophobie – Homophobie – Sexismus – und jedem weiteren Weltbild, das Menschengruppen ausgrenzt oder verachtet, wegen Dingen, für die sie nichts können.
Wir sind doch eigentlich eine Partei, die darauf basiert, dass alle Menschen gleichwertig sind. Ich bin es leid, diese Debatte zu führen, die eigentlich keine sein sollte.

Ich möchte mich Marina anschließen und bekennen, dass ich Personen mit rechtsradikalem Gedankengut und dessen Äußerungen nicht dulde! Mir reicht es auch.

Ich distanziere mich daher hier von Rassismus – Nazionalsozialismus – Geschichtsrevisionismus – Antisemitismus – Islamophobie – Homophobie – Sexismus – und jedem weiteren Weltbild, das Menschengruppen ausgrenzt oder verachtet, wegen Dingen, für die sie nichts können.

Und ihr?