Solidarität mit AkademikerInnen in der Türkei / Spontankundgebung in Tübingen

Bei meinem Besuch vor zwei Wochen Anfang Februar in Tübingen kam ich bei einer spontanen Kundgebung auf dem Holzmarkt vorbei. Als ich sah, dass unter den AktivistInnen auch Heike Hänsel (MdB, Die Linke) war, ging ich näher und erkundigte mich, wogegen oder wofür man auf den Treppen vor der Stiftskirche stehe und demonstrierte.

Heike und andere türkische AktivistInnen standen gemeinsam mit Betül Yilmaz auf dem Holzmarkt, um gegen ihre Kriminalisierung in der Türkei zu demonstrieren. Sie hatte sich mit anderen AkademikerInnen mit einer Unterschrift für den Frieden in der Türkei stark gemacht und daraufhin wurde sie von der Universität Ankara entlassen.

Ich hatte von Unruhen in Ankara durch die Nachrichten erfahren (guter Artikel vom Deutschlandradio dazu) und auf plötzlich war der Konflikt dort nicht mehr so weit weg, sondern ganz nah und mit Betül Yilmaz eine betroffene Akademikerin mir direkt gegenüber. Sie hat sich mit Klebestreifen ihren Mund zugeklebt aus Protest. Damit signalisiert sie ihre von der Türkei genommene Freiheit.

Nun ist auch der SWR auf sie aufmerksam geworden, Screenshot von der SWR Mediathek-Seite (mit Link zum Videobeitrag)

Vielen Dank an Heike für Deinen Einsatz und die Unterstützung und Solidarität vor Ort in Tübingen. Und Danke an Betül Yilmaz, die weiterhin für die Freiheit und Frieden in der Türkei kämpft und mit den Kundgebungen in Tübingen auch andere für dieses komplexe Thema wachrüttelt und informiert.

Ich hatte die Erlaubnis damals vor Ort eingeholt Fotos zu machen und auch zu verbreiten, damals auf Twitter, jetzt folgte dieser Blogbeitrag dazu.

Fotos Lizenz CC-0

Der Webmontag Frankfurt hat relaunched #wmfra

Eine lang ersehnte Nachricht für alle #wmfra Fans. Die Website des Webmontag Frankfurt wurde aktualisiert:

Wo vorher nur ein Eventfoto mit der nächsten Terminankündiung und Links zu den weiteren wmfra Social Media Profilen zu finden war, ist nun eine gut übersichtliche Website.  Im wmfra-Blog erfährt man wieder einiges.

Außerdem empfehle ich euch den YouTube Kanal vom wmfra zu abonnieren, so könnt ihr automatisch neue Videos anschauen und dort auch benachrichtigt werden, wenn ihr zum Beispiel mal nicht zum Webmontag kommen oder ihn nicht live via Livestream Watch ansehen konntet.

Auch sehr schöne Nachrichten – in den Webmontag Frankfurt Flickr Fotogalerien wurde das „Non-Commercial“ bei der Creative Commons-Lizenzierung entfernt:

 

Titelbild: Screenshot wmfra.de

Das Social Media Cheat Sheet für 2017 (Infographic)

Ihr kennt das oder? Immer wieder ändern sich die Layouts der verschiedenen Social Media Platformen und die alten Designs sehen dann nicht immer vorteilhaft aus oder es muss immer wieder gesucht werden wie die Maße denn sind.

Zum Glück gibt es immer wieder Blogposts die mit einer Infografik aufwarten können, wie zum Beispiel beim OnBlastBlog:

Social Media Cheat Sheet for 2017 [Infographic]

Hier die Infografik:

Themesgedöns

Kittens, pixabay: tpsbay, CC0 Public Domain

Seit einiger Zeit fange ich wieder an vermehrt Blogbeiträge zu generieren und es macht wieder mehr Spaß. Sogar Marko will wieder mehr bloggen. Steht so im Internet. Die letzten Tage hab ich immer wieder das Theme geändert, habe eines gefunden aber das bedarf intensiven Umbaus des ganzen Blogs. Bis dahin hab ich jetzt das WordPress 2017er Theme genommen.

Warum ich süße Kätzchen als Beitragsfoto genommen habe? Weil halt. Sind ja auch süß.

Viel Spaß weiterhin. 🙂

Beitragsfoto: Kittens, pixabay: tpsbay, CC0 Public Domain

Das Tabu durchbrechen mit „#Depression Abzugeben“ von Uwe @bicyclist Hauck

Schon seit über einem Jahr wirbt Uwe Hauck für sein Buch „Depression abzugeben“ über alle möglichen digitalen Kanäle und auf Barcamps. Bevor ich zu einer Art Buchrezension oder Empfehlung komme, möchte ich ein wenig schreiben, was mir auf der Seele liegt und ruhig aufgeschrieben werden sollte. Das ist meine Sichtweise und es sind meine Eindrücke und Erlebnisse mit Uwe. Daher ist dies kein typischer literarischer Blogbeitrag, sondern ein durchaus persönlicher. Und längerer.

Wer Uwe durch die Barcamp Zeiten kennen gelernt hat, so wie unter anderem auch ich das Glück hatte (durch das Barcamp Stuttgart), der ist natürlich nicht erst seit seiner Werbekampagne für das Buch hellhöriger seinen Tweets gegenüber geworden. Ich muss aber zugeben, damals habe ich das nicht so wirklich wahrgenommen was er wirklich durchlebt hat. Ich empfand es nur seltsam wie er seine Session bei der Vorstellung nannte: „Depression, Suizid, #ausderklapse“:

Bildschirmfoto vom 2017-01-31 20-55-21

Dass bei einem Barcamp über ein so sensibles Thema auch offen gesprochen und ausgetauscht werden sollte, erschloss sich mir nicht. Ich jedenfalls hatte Respekt für den Mut von Uwe. Irgendwie habe ich auch durch eigene Sessions vergessen oder übersehen wann seine Session war, so dass ich sie nicht mitbekam, aber das ist typisch für Barcamps. Hinterher jedenfalls haben mir viele Barcamper von der beeindruckenden und sehr emotionalen Session von ihm berichtet. Also hab ich ihn bei der nächsten ruhigen Gelegenheit in der Cafe-Ecke (na gut, im Foyer wo es Essen und Kaffee gab) aufgesucht und er stand ganz ruhig in seiner unübersehbaren Größe an einem Cocktailtisch und tippte auf seinem Notebook rum. Ich erzählte ihm von den positiven Reaktionen seiner Sessionbesucher und dass ich es leider nicht geschafft hatte, aber wollte ihn einfach jetzt fragen ob er mir einige Minuten Zeit schenken und mir was erzählen könnte. Seine Augen leuchteten und er erzählte mir über seinen Suizidversuch. Kurz und bündig. Ich musste oft schlucken. Wenn ich mich richtig erinnere, hab ich ihn auch umarmt. Weil ich froh war, dass sein Versuch scheiterte. Dann zeigte er mir den Chatverlauf seines WhatsApp-Dialoges mit seiner Frau den er für das bevorstehende Buch in ein Textverarbeitungsprogramm eingefügt hatte. Ich begann interessiert zu lesen. Konnte aber nach einigen Textzeilen nichts mehr erkennen, die Tränen in meinen Augen ließen die Sicht verschwimmen und ich musste tief Luft holen, meine Tränen trocknen. Ich hab Uwe gesagt, wie schön es ist, ihn hier beim Barcamp zu sehen und dass er eine tolle Frau und Familie haben muss. Damals hab ich nur ein paar Zeilen gelesen. Den Zusammenhang was davor war, der erschloss sich mir nicht ganz. Irgendwie hatten wir trotzdem ein gutes Gespräch in der kurzen Zeit in der andere Barcamper in anderen Sessions waren. Dieser kleine Moment mit Dir Uwe beim Barcamp Stuttgart 2015 werde ich nicht vergessen.

Aber was ist mit seinem Buch?

Nun, die Thematik Depression und der Umgang mit Suizid ist nicht jedermanns Sache und bisweilen bei vielen noch ein Tabuthema und wird verschwiegen. Hin und wieder gelangt es an die Öffentlichkeit, es gibt die typischen Talkshow-Sendungen und Formate in denen Mediziner, Therapeuten und Betroffene ihre Geschichten erzählen. Aber in der digitalen Filterblase auf Twitter und Facebook verstummt es. Leider viel zu oft. In der digitalen Welt gibt es für Schmerz, Trauer, Schwäche und Krankheiten nicht wirklich viel Verständnis. Einzelne Menschen durchbrechen ihr Schweigen und können offener mit der Krankheit Depression umgehen, andere nicht, viele trauen sich auch nicht online ihre Hülle oder wie Uwe in seinem Buch schreibt, „Maske“ fallen zu lassen. Den Mut, Freunden, Bekannten, Unbekannten und der Öffentlichkeit preiszugeben was in ihnen schlummert. Andere sind durch #notjustsad ermutigt, darüber mehr zu schreiben. Die Angst zu nehmen. Leider gibt es auch traurige Ereignisse, wie bei J.

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