Kickoff-Treffen zu Iron Blogger RheinMain #ironRM #wmfra

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Am 12. Juni ab 19 Uhr findet in der „Zentrale Frankfurt“ das Kickoff-Treffen zu Iron Blogger RheinMain statt. Vom Konzept der IronBlogger hab ich bei früheren Barcamps in Stuttgart schon erfahren, aber noch nicht wirklich nachgehakt gehabt. Und beim letzten Webmontag hat Ute Mündlein davon erzählt und nachgefragt, warum es für die RheinMain-Region hier eigentlich noch keine IronBlogger gibt.

Ja, warum eigentlich nicht, immerhin gibt es sehr viele Blogger hier in der Region, von sehr aktiven bis zu selten schreibenden (was nicht qualitätiv abwertend gemeint ist). Ich blogge auch hin und wieder, merke, dass ich in letzter Zeit immer mehr Beiträge geschrieben habe, auch durch Ute’s Vortrag inspiriert.

Ich zitiere von der Webmontag Frankfurt-Website:

In Berlin, Bonn, Hamburg, Kiel, Köln, Leipzig, München, Stuttgart, an Bodensee und Ruhr gibt es sie schon: Iron Blogger in Deutschland. Das sind Menschen, die sich gemeinsam verpflichten, eisern – d.h. ein Mal pro Woche – einen Beitrag auf ihrem Blog zu posten. …

Das sind die vier wichtigsten Regeln des Iron Blogging:

  1. Du sollst einmal pro Woche bloggen.
  2. Du sollst 5 Euro Strafe zahlen, wenn du das nicht tust.
  3. Du sollst Spaß haben.
  4. Du kannst vier Wochen im Jahr ruh‘n. – 

(Wozu diese Regeln gut sind und wie sie funktionieren, erklärt Ute in ihrem Talk.)

[vimeo http://www.vimeo.com/67420392 w=500&h=281]

Ach und wo wir schon bei „Die Zentrale Coworking“ sind, die haben den 3. Platz beim Gründerpreis Frankfurt abgesahnt (Herzlichen Glückwunsch!), wurden auch in der FAZ und im hessischen Rundfunk mit einem Beitrag bedacht und interviewt, super Sache.

„This is what democracy looks like…“ #blockupy #frankfurt #1j (2013)

Auch ich war mit dabei bei der Blockupy Demo am Samstag. Auch ich ging davon aus, dass es eher ein „Latschdemo“, friedlich mit vielen bunten Personen, Schildern, Aktionen und feierlicher Stimmung werden würde. Ich hatte mir vorgenommen, ab 12 Uhr bis ca 14:40 / 15:00 Uhr irgendwo bei der Demo mitzulaufen und mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen. Viele kapitalismuskritische Stimmen der Blockupy-Bewegung stimmen nicht mit dem überein, weswegen ich auf der Demo war, auch mit vielen Rufen von einigen Gruppierungen die mit kommunistischen Fahnen geschwenkt haben stimme ich nicht überein. Ich bin weiterhin der Meinung, dass eine Veränderung in der Demokratie auch und gerade über den parlamentarischen Weg gegangen werden sollte. Via Twitter erfuhr ich dass einige Piraten-Kolleg*innen schon vor Ort waren, neben Martin Kliehm als Stadtverordneter der ELF-Piraten-Fraktion waren auch noch andere als politische Beobachter gekennzeichnet und hatten entsprechende Ausweise, die ihnen mehr Handlungsspielraum erlaubten (ähnlich wie bei der Anti-Nazi-Demo am 1. Mai).

Also bin ich via S-Bahn von F-Höchst zum Hauptbahnhof gefahren, ohne Probleme, ohne Polizeikontrolle. Ich konnte auch ohne Kontrolle aus dem Hauptbahnhof hinaus. Lag vielleicht auch daran, dass ich keine Buttons, Schilder, Fahnen oder Demo-ähnliches Material bei mir hatte und eher wie ein normaler Bürger aussah – ähh.. ich war es ja auch. Jedenfalls ging ich dann zum Basler Platz und fand schnell Anschluss zu den anderen Piraten. Der Demozug setzte sich dann auch in Bewegung, wir warteten ab, und nach dem attac-Wagen reihten wir uns ein und zogen mit.

Doch kurz nachdem wir das Hotel Intercontinental passiert hatten – welches massiv von Polizei beschützt wurde, stockte der Demozug und via Twitter verbreiteten sich die ersten Nachrichten, dass die Polizei einen Teil des vorderen Zuges abgeschnitten hätten und die Demo am Weitergehen gehindert würde. Dies teilten wir den anderen Mitdemonstrierenden mit – und wir dachten, oh ok, typisch Polizei – die gehen kurz in die Demo rein, blockieren uns, danach darf die Demo weiter ziehen. Doch dem war leider nicht so. Während der Wartezeit erschienen viele Künstlergruppen und Musikgruppen und versüßten die Wartezeit, es war bunt gemischt, von jung bis alt, Familien auf Fahrrädern, selbstgemalte Transparente. Eine sehr friedliche und heitere Versammlung.

Hier seht ihr die Künstlergruppe auf den Hochstelzen – das habe ich live gestreamt (mit minderer Videoqualität und leider lässt es sich hier in dem Blog nicht einbinden weil iFrame-inkompatibel, deshalb klickt auf den Link):

Blockupy Frankfurt Künstler Hochstelzen

Einem anderen Kollegen und mir war das längere Warten leid und wir gingen über eine Seitenstraße am Main entlang bis vor zum Anfang des Demozuges. Über eine kleine Gasse gelangten wir auf die Straße zur Europäischen ZentralBank (also die alte, nicht die noch zu bauende) und an der Ecke Hofstraße / Neue Mainzer Landstraße saßen wir quasi fest an der Spitze des Demozuges. Dort waren auch die lebendigen Zelte zu sehen:

Doch dann im Laufe der Zeit spitzte sich die Lage zu, an den Seiten des Schauspielhauses formierten sich weitere Polizisten aus anderen Bundesländern. Als ich dann auch noch die BFE-Einheiten aus Baden-Württemberg sah (berühmt berüchtigt für ihre Einsätze während der Stuttgart21-Parkschützer-Demos) war mir klar, hier geht irgendwas schief und eine Eskalation seitens der Polizei wird herbeigesehnt und auch gefordert. Doch ich habe nur friedliche Demonstranten erlebt, die an ihrem Grundrecht einer Teilnahme einer Demonstration gehindert wurden. Klar, gab es da hin und wieder einige jüngere Teilnehmer*innen, die auch wütend über das Aufgebot der Polizei waren, aber damit müssen die bewaffneten und geschützten Beamten rechnen bei solchen Einsätzen. Ich habe zu keiner Zeit irgendeinen Hinweis zu einer Deeskalation gesehen, sondern eher das Aufblitzen der Augen vieler Polizisten, die auf eine Situation gewartet haben, dass es zu Rangeleien und Schlägen kommen würde. Doch es blieben friedlich, hoben die Arme und riefen „Schämt euch“, „Wir sind friedlich was seid ihr?“ der Polizei entgegen.

In diesem Video jedoch provozierten die Polizisten durch das Durchdrängen an Demonstranten. Ich schaltete sofort auf Livestream durch Bambuser und nahm auf, ab Minute 1:19 plötzlich eskalierte es und es kam zu Rangeleien und Gewalt durch die Polizei, die massiv die Demonstranten zurückdrängte. Das war deshalb so gefährlich weil auf dem Bürgersteig Betonwände waren (man sieht sie nur kurz) – und einige Demonstranten beim Zurückdrängen rückwärts hinfielen. Die Polizei drängte deshalb zurück, um im Hintergrund eine weitere Sturmmannschaft vorbeiziehen zu lassen. Danach passiert nicht mehr so viel Spektakuläres, außer die Rede der Versammlungsleitung durch die Boxen:

http://bambuser.com/v/3635685

Es entschlossen sich einige, ein Plenum abzuhalten, das aber nicht wirklich produktiv war, es wurde viel zu viel geredet und viele erklärten sich mit dem eingeschlossenen Block/Kessel solidarisch und dass wir alle nicht weiter demonstrieren werden, sondern weiter an dem Ort bleiben und warten bis die Polizei die restliche Demo weiterziehen lässt:

Wieder einige Zeit später eskalierte die Situation und die Polizei begann Demonstranten gewaltsam aus dem eingekesselten Bereich hinauszuholen (zu schlagen) und abzutransportieren – ich habe das auch nur das Rufen der Demonstranten gehört und wieder den Videostream eingeschaltet, das Video und das brutale Vorgehen der Polizisten ist zu sehen:

http://bambuser.com/v/3636145

Danach musste ich nach Hause gehen.

Ich möchte dennoch hier viele Links auflisten, die via Twitter und Facebook etc veröffentlicht wurden, viele weitere Blogs, Videos und Fotos (wird laufend ergänzt):

http://blockupy2013.tumblr.com/ wurde später zu:

http://blockupy2013.soup.io/

http://www.fr-online.de/frankfurt/blockupy-frankfurt-ende-einer-demonstration,1472798,23093936.html

http://schaeferweltweit.wordpress.com/2013/06/02/blockupy-frankfurt-mit-dem-sonderzug/

sueddeutsche

http://tobias-raff.org/2013/06/02/polizeigewalt-bei-blockupy-2013/

http://srudersdorf.tumblr.com/post/51989817509/staatsbuergerkunde

Und hier sieht man übrigens was wirklich passiert ist – und das widerspricht den bisherigen Äußerungen der Polizei, seht es euch selbst an und urteilt darüber – wer wirklich gewalttätig ist:

[youtube=http://youtu.be/44YC6f56OXE]

Daher gibt es nur eine logische Konsequenz:

Updates 04.06.2013:

Bericht eines Demo-Sanitäters von Blockupy F

Bericht eines Demo-Sanitäters von Blockupy F

dju in ver.di fordert lückenlose Aufklärung und politische Konsequenzen aus Vorgehen der Polizei bei Blockupy-Demonstrationen, 3.6.2013

[youtube=http://youtu.be/UoIc-upnCsI]

Polizisten kritisieren Kollegen, Frankfurter Rundschau online, 4.6.2013 (Anmerkung von mir persönlich: Ich habe bei vielen Demos und Mahnwachen in Frankfurt bei denen ich mit beteiligt war und (mit-)organisiert habe, mit Frankfurter Polizisten keine Probleme gehabt, sondern durchweg positive Erfahrungen!)

Kontext-TV über Blockupy-Proteste und Demo 31. Mai und 1. Juni 2013

Demo für ein faires Praktisches Jahr (PJ)

Letzte Woche fand an der Hauptwache in Frankfurt eine Demonstration von einigen hundert Studentinnen und Studenten statt, die für eine angemessene Entschädigung im PJ (Praktisches Jahr) und für den Erhalt der Selbstlernzeit (Studientag) interessierte Passanten informierten. Ich habe mir einige Reden angehört und auch einen Flyer in die Hand drücken lassen. Leider gab es keine Liste oder ähnliches in der man/frau sich mit einer Unterschrift hätte eintragen können um Solidarität auszudrücken. Also machte ich erst einige Fotos von der Demonstration und einigen Plakaten/Schildern. Danach entdeckte ich auf dem Flyer den Link zur Petition, die ich hier auch verlinke: change.org/fairesPJ.

Der Flyer ist ein wenig zerknittert, daher zitiere ich den Inhalt hier:

Seit dem 1. April 2013 ist die bundesweite Obergrenze der Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr auf 597 Euro pro Monat festgesetzt worden. Auch in Hessen werden Medizinstudenten in immer mehr Kliniken entschädigt – nur in Frankfurt gehen Medizinstudierende noch immer leer aus.

Des Weiteren soll nun auch der sogenannte Studientag – ein Tag in der Woche, der den Studenten zum Selbststudium und zur Prüfungsvorbereitung (noch) zur Verfügung steht – gestrichen werden.

So sehen faire Studienbedingungen nicht aus. Unterstützen Sie unsere Petition:  http://www.change.org/fairesPJ

Und auf der Rückseite oder Vorderseite (konnte das nicht so genau erkennen) gab es ein kleines Rätsel:

Schätzen Sie das Jahreseinkommen eines Studierenden im Praktischen Jahr (PJ)*:

*Das Praktische Jahr: Studienabschnitt, in dem Studierende in der Regel 40 Stunden pro Woche üer 48 Wochen lang in einer Klinik tätig sind.

A: 40.000 Euro
B: 10.000 Euro
C: 0 Euro
D: 100 Euro
E: 1.000 Euro

Fotos unter BY-NC-ND 4.0 Creative Commons-Lizenz

Richtige Antwort: C

Fotos sind auch hier zu finden: https://plus.google.com/photos/107557354881771677606/albums/5880129947191776545?authkey=CPfL3tKlmqaO4QE