Tschüß WhatsApp

pixabay / arivera

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Ja, heute deinstalliere ich WhatsApp von meinem Handy endgültig. Schon seit über 2 Jahren nutze ich andere Messaging Dienste wie Threema (ist kostenpflichtig), Telegram und seit über einem halben Jahr Signal. Auch weil deren Dienste nicht an Facebook oder andere Dienste gekoppelt sind und deren Datenschutz mehr greift als der von WhatsApp. Die Benutzung von Telegram und Signal ist kinderleicht, macht Spaß und ist einfach zu installieren. Telegram hat auch noch einen Desktopclient für mehrere Betriebssysteme. Bei Signal gibt es eine Google Chrome (Chromium)-Erweiterung dazu.

Folgenden Text schicke ich derzeit an die wenigen Kontakte die mit mir auf WhatsApp noch chatten (hauptsächlich Familienangehörige) – der Rest meiner Kontakte ist bei Telegram, Signal und bei Threema.

„Hallo, ich möchte informieren das ich den neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp nicht zustimmen und deshalb die App deinstallieren werde. Ich bin mit der Weitergabe der Daten an Facebook nicht einverstanden, die auch selbst dann stattfindet, wenn der Nutzung widersprochen wird. Aber das ist kein Grund zur Nicht-Kommunikation – denn ich nutze die kostenlosen und deutlich besseren Alternativen wie Threema, Telegram und Signal (gerade diese wird von Edward Snowden empfohlen). Auch bin ich weiterhin über andere Kanäle wie Telefon, SMS und E-Mail erreichbar. Wenn Du auch wechseln möchtest, zB zu Signal hin, dann ist das kein großes Hexenwerk, einfach die App „Signal“ im jeweiligen AppStore von Android oder iOS (Apple) herunterladen, installieren und fertig. Weitere Informationen zu meinem Schritt und weshalb WhatsApp nicht optimal ist, kannst Du meinem Blog auf alexander-schnapper.de entnehmen. Bis bald und hoffentlich bei einem sicheren Messenger, Alex“

Wie im Text schon ersichtlich bin ich ja nicht aus der Welt, SMS funktioniert auch noch, das Telefon ebenso und per E-Mail bin ich weiterhin erreichbar. Und das Argument „Ja, aber bei den anderen Diensten ist niemand“ lasse ich nicht mehr gelten. Was meint ihr, wie es beim Anfang von WhatsApp war? Da waren es auch nicht sofort x-Millionen von Menschen die kommunizierten. Bei Threema und Telegram werden es immer mehr und bei Signal merke ich deutlich einen Anstieg von Nutzung durch Nicht-Nerds. Neulich erst war ich auf einer Hochzeit und ein anderer Gast meinte zu mir, schick mir doch kurz eine Nachricht via Telegram – zuerst dachte ich, ich hätte mich verhört, aber diese Person nutzt kein WhatsApp, sondern Telegram als Messagingdienst.

Also, es ist nicht schwierig. Umsteigen ist kinderleicht und bei Signal gibt es auch Emojis und das Chatten macht Spaß. Bei Signal und Telegram gibt es auch Gruppenfunktion und bei Signal können auch Telefonate geführt werden. Übrigens, bei der Süddeutschen gibt es einen guten Artikel darüber, was getan werden kann um das Teilen der Telefonnummer mit Facebook durch WhatsApp zu widersprechen (wobei die Frist heute endet, 25. September 2016). Und wer die Fühler ein wenig ausstrecken möchte – der Bundesverband der Verbraucherzentrale hat WhatsApp abgemahnt (hat eher was von Symbolkraft). Es gibt ja auch weitere Alternativen zu WhatsApp – bei heise c’t gibt es einen Artikel dazu. Und wer meint, WhatsApp sei sicher vor dem Ausspähen durch Geheimdienste übersieht, dass das BKA (Bundeskriminalamt) laut seinem Chef eine Überwachung von WhatsApp „als besondere Herausforderung“ doch stärker an den Daten interessiert ist als gedacht. Natürlich im Kampf gegen den Terror. Aber – bist Du ein Terrorist? Nein? Wieso wirst Du dann überwacht? Gute Frage – aber die Antwort dazu lautet immer – „wegen Terrorgefahr“.. oder ähnlich.
Als ob Terroristen WhatsApp nutzen würden..

Und wenn wir schon dabei sind, es soll ein neues BND Gesetz verabschiedet werden – warum alle (außer der Bundesregierung) dagegen sind, könnt ihr bei netzpolitik.org hier nachlesen, auch warum am Montag dagegen demonstriert wird.

Übrigens, die neue Google Messaging App „Allo“ ist genauso datenhungrig wie WhatsApp – hier ein Beitrag bei The Verge (auf englisch) – auch hier warnt Snowden vor der Nutzung.

Und – wie macht ihr es? Bleibt ihr weiterhin bei WhatsApp? Nutzt ihr schon Alternativen dazu? Welche denn? Schreibt mir eure Kommentare dazu auf, eventuell sind wir schon bei den Alternativen in Kontakt (Threema, Telegram, Signal,..)

Update: hier die Screenshots meiner WhatsApp Account Löschung:

Und natürlich die App auch gelöscht

Headerbild: pixabay / arivera

Nachtrag 30. September 2016:
Hab auch via Twitter und über Facebook Direktnachrichten erhalten und auch bei anderen Blogs wird darüber diskutiert. Zum Beispiel fragt sich Knuut wann der richtige Zeitpunkt auch für Kirchen ist, entweder von Facebook oder WhatsApp sich zu verabschieden und realistisch mit Alternativen auseinanderzusetzen. Viele Punkte – gerade auch in Hinsicht des Datenschutzes – werden gar nicht mal angesprochen. Es bleibt spannend.

Nachtrag 04. Oktober 2016:
Ralpe ist in seinem Blog auch darauf eingegangen, aber etwas anders, als ich es vermutet habe: WhatsApp-Seelsorge: The Times They Are a-Changin‘. Ich hab da auch gleich im dortigen Blog was kommentiert.

Och wie süß dieser Pinguin ist wenn er gekitzelt wird

Schon mal einen Pinguin gesehen wenn er gekitzelt wird?

[youtube=http://youtu.be/AUmK_ftWpU0]

Samstag, 27.7.2013: Bundesweite Demos gegen den Überwachungsstaat, weitersagen!

Montag, 29.7.2013, 19 Uhr, Berlin: Großer BND-Spaziergang, weitersagen!

Samstag, 7.9.2013, Berlin: “Freiheit statt Angst”-Demo, weitersagen!

Ich habe nämlich echt keinen Bock darauf, in den kommenden Tagen mit wenigen hundert anderen Menschen auf den Demos rumzulaufen. Wenn das passiert, ist das Thema als “erfolglos” für die Medien gegessen, und nur um diese geht es. Demos ändern vielleicht nicht sofort alles, aber sie schaffen Aufmerksamkeit, mit etwas Glück sogar über die Landesgrenzen hinaus.

via spreeblick.com