Dein Supermarkt (Real) und die Deutsche Post überwachen Dich mittels Gesichtserkennung

Einige netzpolitisch Interessierte (und Newsletter-Empfänger/Unterstützer von digitalcourage e.V.) haben davon sicher schon was mitbekommen – aber es ist nie zu spät über das Thema aufzuklären.

Worum geht es?

Im Supermarkt (Real) und bei der Deutschen Post werden Kunden (also auch Du) mittels Gesichtserkennung überwacht. Zu Werbezwecken. Real hat inzwischen reagiert und gibt den Versuch der Gesichtserkennung der Kunden auf, aber die Deutsche Post macht weiter. Werbebildschirme mit eingebauten Kameras erkennen anhand einer Software das Alter und das Geschlecht einer Person die den Bildschirm betrachtet. Dadurch soll zielgerichtete Werbung eingeblendet werden. Wie das (hoffentlich nicht) in Zukunft aussehen könnte, ist im Film „Minority Report“ mit Tom Cruise zu sehen:

oder auch in dieser Szene:

Das mag zwar angenehm und einfach sein, aber mich erschreckt das! Zurück zum Problem. Mit der Gesichtsanalyse und weiteren Daten, wie zum Beispiel Informationen über das Smartphone (weil WLAN oder Bluetooth eingeschaltet sind), können Bewegungsprofile erstellt werden. Ich zitiere hier digitalcourage:

„Frau Mitte zwanzig, zum ersten Mal von der Kamera registriert am 8. April 2017; kommt zwei bis viermal pro Woche, verbringt durchschnittlich 38 Minuten am Point of Sale, kauft gerne Fleisch von der Hausmarke, Süßigkeiten mit Süßungsmitteln, Zigaretten, im Juni 2017 auch einen Schwangerschaftstest; kauft ab eine Woche vor Monatsende keine Markenprodukte mehr. Beobachtet Bildschirm auffällig lange bei Werbung für Frauenunterwäsche.“

Digitalcourage hat gegen Real und Deutsche Post Strafanzeige gestellt und bei ZDF WISO war dies auch Thema (am 11. September 2011):


„Heimlich überwacht der Einzelhandel Kundinnen und Kunden mit WLAN, Bluetooth, RFID-Chips und Gesichtsanalyse, weil Durchleuchten im Onlinehandel leider zum Standard geworden ist. Dabei sollte der Einzelhandel Waren handeln und nicht Menschen durchleuchten.“

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Boris Palmer im Interview mit Cherno Jobatey #ZDF #Morgenmagazin #ZDFMoMa

Ich finde die kleinen Beiträge von Cherno Jobatey des Formates „unterwegs mit…“ die im ZDF Morgenmagazin immer wieder mit Politikern erscheinen klasse und unkonventionell. Und da vor einigen Tagen schon ein kleiner Trailer/Snippet über Social Media Kanäle verbreitet wurde, hab ich mich sehr gefreut als der Beitrag mit Boris Palmer, Oberbürgermeister aus Tübingen, im Fernsehen gelaufen und in der ZDF Mediathek abrufbar ist.

Boris und Cherno in der Stiftskirche St. Georg Tübingen
Boris und Cherno in der Stiftskirche St. Georg Tübingen

Während des Interviews spazieren die Beteiligten durch die Tübinger Innenstadt, besichtigen meine alte Stiftskirche St. Georg (natürlich auch mit Turmbesichtigung) und natürlich darf auch der Videodreh auf dem Stocherkahn nicht fehlen. Auch über schwäbischen Dialekt und Mundart wird aufgeklärt. Der Beitrag lohnt sich, unabhängig wie mensch politisch zur politischen Person Palmer steht.

Aus der ZDF Mediathek Beschreibung über den Inhalt des 04:39 min kurzen Beitrages:

Seine Äußerungen zur Flüchtlingspolitik sorgten für Diskussion. Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer will mehr Flüchtlinge aus Deutschland ausweisen. Cherno Jobatey hat ihn getroffen.

Marktplatz Tübingen
Marktplatz Tübingen

Übrigens, das Rathaus befindet sich aktuell im Zustand der Renovierung, deswegen ist es eingehüllt. Der Besuch der auf dem Marktplatz stattfindenden Märkte ist sehr zu empfehlen, die lokalen Erzeugnisse sind richtig gut. Tipp: Gemüsestand direkt vor dem Rathaus.

Außerdem auch folgender kleiner Beitrag ist interessant, erfahren wir da auch wofür sich Boris Palmer nie zu schade für war…

ZDFEinspieler

Fotos: Screenshots via ZDF Mediathek