Rückblick vom BarCamp Stuttgart 2019 #bcs12

Einige Wochen später als eigentlich geplant, aber dennoch jetzt möchte ich hier meinen persönlichen Rückblick vom zwölften BarCamp Stuttgart 2019 wiedergeben. Ich gehe seit 2007 oder 2008 (ich weiß es nicht mehr ganz so richtig, ist auch lange her) auf BarCamps in unterschiedlichen Städten oder auch zu unterschiedlichen Themen (auch zum mobilecamp nach Dresden), bin aber mit einigen Ausnahmen (weil ich entweder im Urlaub oder anderweitig verhindert war) der Stuttgarter Ausgabe treu geblieben. Was ein BarCamp ist, kannst Du auch auf der Seite von Jan Theofel nachlesen, er beschreibt es gut (gibt auch ein YouTube Video). Und auch die Geschichte dahinter.

Im Kalender ist ein Wochenende fast immer eingetragen und geblockt – das für das BarCamp Stuttgart. Während es mir vor vielen Jahren hauptsächlich noch darum ging über unbekannte Techniken, Tools oder Trends im Internet Wissen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen so ist es (wahrscheinlich dem Alter abhängig) nun der Austausch mit den On/Offlinern, die man über all die Jahre an verschiedenen BarCamps kennen- und schätzen gelernt hat. Bei vielen hat sich eine Bekannt-/Freundschaft aufgebaut und es ist daher schön gewesen, dass auch wenn man sich nur 1-2 Mal im Jahr richtig im realen Leben (IRL) trifft freudestrahlend umarmt und begrüßt. Natürlich gibt es auch Themen die neu sind, aber durch die Vernetzung der vielen Jahre untereinander und die Art wie wir auch kommunizieren über x-beliebige Arten (Twitter, Instagram, Facebook, Telegram, Newsletter, E-Mail, Slack oder Mattermost..) – erfahren wir es schon vor dem Zusammentreffen. Oder auch meine Interessensfelder sind anders geworden.

Wir sind ja alle auch älter geworden. Viele haben geheiratet, sind umgezogen und haben Kinder bekommen (ja, früher gab es BarCamps, da war es seltsam dass Kinder auch mit dabei waren oder nicht sicher war ob es eine Kinderaufsicht gibt). Während ich früher ein wenig von Kindern auf einem BarCamp irritiert war, so freut es mich heutzutage umso mehr. Vor einigen Jahren war ich einer tollen Session über “Scratch” und “Minecraft” und der damals 10- oder 12 Jährige hat uns vielen doppelt-so-alten interessierten ZuhörerInnen einiges beigebracht. Gerade wir “Alten” können von den “Jungen” einiges lernen. Und damit meine ich nicht nur deren Leidenschaft für digitale Themen oder für “Fridays for Future” (da kommt auch noch ein Bericht von der AlleFürsKlima-Demo in Frankfurt vom 20.09.). Kinder und Jugendliche haben einen ganz anderen Blickwinkel und verstehen viele Dinge nicht wie sie waren (vielleicht interessiert es sie auch nicht). Einigen ist es egal, ob es Twitter, Facebook oder noch Blogs gibt. Instagram sehen einige eher als “Schöne-Bunte-Welt” an und bei TikTok steige ich selber manchmal aus und brauche einige Wochen Pause um zu verstehen was da abgeht 🙂 . Ich schweife ab..
Jedenfalls, ein BarCamp heutzutage ohne Beteiligung von Kindern oder Jugendlichen ist eines, welches ich nicht mehr besuchen möchte. Zum Glück gibt es immer mehr die teilnehmen, mitmischen und Sessions anbieten. Danke und ich freue mich auf mehr davon!

Meine Frau Susanne und ich sind am Samstagfrüh aus Frankfurt losgefahren und haben in der Hofdienergarage nur wenige Gehminuten vom Hospitalhof (BarCamp-Location) geparkt. Übrigens ist das Parken am Sonntag in der Gegend umsonst und wir haben nicht weit davon in einer Seitenstraße geparkt und die Parkgebühr sparen können.

Samstag, 14. September 2019

Nicht alle reisten schon am Vorabend an, sondern viele am Samstagfrüh. Und einige machen dann ein schönes Foto in Stuttgart während der Anreise, zum Beispiel @purplegreen183:

Es hat ja auch was Gutes wenn die Anreise frühmorgens ist, beim BarCamp gibt es was Leckeres zum Frühstück dank Esskultur.

Auch hab ich mich geärgert, dass ich die Mobilecamp Kaffeetasse vergessen hatte mitzunehmen, um nachhaltiger auf BarCamps zu agieren und nicht für zu viel Geschirrspülgänge zu sorgen. Habe dafür dann auch weniger Kaffee getrunken.

Und nach Frühstück und Wiedersehen (gell Judith, Hubert, Nic, Erik, Martin, Uwe, Jan und viele andere) ging es im Hospitalhof in den ersten Stock in den großen Saal wo nach einer Vorstellungsrunde (alle stehen kurz auf und sagen ihren Namen, 3 Begriffe (Hashtags) zB Android, Arduino, Feinstaub und geben danach das Mikrofon weiter) auch die Sessionplanung begann.

Ich hatte eigentlich nicht wirklich Sessions vorbereitet (weil ich gerade bei BarCamp-Formaten keine perfekten Sessions mag, sondern eher die kurzfristigen und lockeren. Denn es ist ja keine Konferenz, sondern ein BarCamp), sondern dann doch einen Abend vorher gedacht, na gut ich könnte ja den Vortrag über “Mobile Feinstaubsensoren bauen” vom Webmontag Frankfurt erneut halten mit Austausch und Diskussion als Session. Und dann neu einen Vortrag über “webtrees” und digitalen Familienstammbaum.

Also habe ich die Sessions dann auch in der Sessionplanung vorgestellt (für jede Session einzeln wieder neu angestellt, das ist die BarCamp Regel).

BarCamp Stuttgart 2019 Sessionvorstellung
BarCamp Stuttgart 2019 Sessionvorstellung, Foto: @sanne_schnapper

Es waren viele tolle Sessionvorschläge da und auch das Interesse an einigen Sessions war groß. Während der Sessionvorstellung gibt es fleißige Helferlein die über Notebook das analoge Sessionboard digitalisieren damit wir auch ortsungebunden nachlesen können wo und wann die Sessions stattfinden. Ein großes Lob an dieser Stelle dafür!

Aber typisch für ein großes BarCamp wie das in Stuttgart ist, das mensch sich nicht alle Sessions merken oder auch aktiv daran teilhaben kann. Eigentlich hatte ich vor nur wenig zu machen für den ersten Tag weil es anstregend werden kann, aber es wurde dann doch mehr. Viele Sessions haben mich inspiriert und da möchte ich die nächste Zeit mehr darauf eingehen, deshalb schreibe ich nicht mehr zu den einzelnen Sessions. Es ist halt kaum möglich zwischen den Session auch sich Zeit zu nehmen – obwohl das ja mein eigentliches Bestreben war – und mit den Menschen bei nem Kaffee sich auszutauschen und zu reden.

Sessions an denen ich teilnahm

  • Familienstammbaum digitalisieren (meine Session)
  • Software + Architektur / Digitales Planen + Bauen (Session von Mirko)
  • (Wie) geht Kirche auf Insta (Session von @pfarrerausplastik, Instagram)
  • Digitalisierung in der Schule (Session von Luna)
  • Sing mit (Session von Maja @malieseel)
  • Mobiler Feinstaubsensor bauen (meine Session)

Informationen oder die Präsentation zu meinen Sessions werden in nächster Zeit verbloggt, die Rückmeldungen und der Austausch waren gut und ich habe Feedback für zukünftige Präsentationen mitgenommen und werde auch was den digitalen Familienstammbaum der Familie Schnapper betrifft mehr darüber bloggen.

Sessions an denen ich gerne teilgenommen hätte

Ich hoffe auch sehr, dass viele Sessions bei anderen auch gut waren und ein reger Austausch stattfand und ich zu einem anderen Zeitpunkt oder im nächsten Jahr zum nächsten Stuttgarter BarCamp ähnliche Themen wieder angeregt werden können. Vielleicht liest ja der/die SessiongeberIn hier mit. 😉

Zu den Abendsessions sind wir nicht lange geblieben und haben dann privat in einer anderen Stadt übernachtet und rechtzeitig am nächsten Morgen zum Frühstück zurück zu sein.

Sonntag, 15. September 2019

Der zweite Tag beim BarCamp musste verkürzt werden, da meine Frau und ich uns zeitlich während der Mittagessen-Zeit auf dem Weg zurück nach Frankfurt machen mussten und daher nur zwei Sessions mitnehmen konnten. Das war zwar schade, aber es war dennoch ein gutes BarCamp-Wochenende mit guten Gesprächen und vielen Eindrücken.

Sessions an denen ich teilnahm

  • Das Bakerfee-Experiment (Session von bakerfee)
  • Wie komme ich in den Gemeinderat (Session von Katrin)

 

Sessions an denen ich gerne teilgenommen hätte

  • Minecraft zum lernen (Session von Christoph)
  • Verbrannte Wörter – NS-Rhetorik gestern und heute (Session von Bianca @bkastl)
  • Börsenkunde für Anfänger (Session von Torsten @tmmd)
  • Brexit oder doch nicht?! (Session von @musevg)
  • Lastenrad-Probe (Session von Sebastian)
  • Bildet Banden – eine gepflegte Gesprächsrunde (Session von @zellmi)
  • Jüdisches Leben in Stuttgart (Session von Monika)
  • Soundtrack of my life (Session von @zellmi)

Tweets zum #bcs12 (BarCamp Stuttgart 12) auf Twitter.

 

Fazit

Es war ein gutes BarCamp in Stuttgart. Ich hatte meine Erwartungen durch die Eindrücke der letzten Jahre und wahrscheinlich weil wir alle älter geworden sind, gedämpft. Ein BarCamp ist auch nur ein solches BarCamp indem die Menschen es zu einem solchen Machen, würden jetzt die BarCamp-OrganisatorInnen sagen. Ja das stimmt. Auch ein dickes Lob an Jan und sein Team für die hervorragende Arbeit im Vorfeld und währenddessen! Ich hätte mich eigentlich auch mehr einbringen sollen, hatte mich glaube ich sogar für eine Schicht am Empfang eingetragen aber dann war zeitgleich meine oder eine andere Session und das tut mir leid das ich da nicht konsequenter war das besser zu kommunizieren in diesem Fall.

Mir fehlte die Abwechslung bei den Getränken. Früher(tm) gab es eine Auswahl von Säften oder zumindest beim Wasser auch gesprudeltes Wasser. Nach zwei, drei Gläsern schmeckte mir zumindest das Wasser nicht mehr und ich brauchte dringend eine Abwechslung zwischendurch. Vielleicht lässt sich das für die Zukunft anders organisieren oder gemeinsam zumindest eine Soda-Sprudelquelle gemeinsam crowdsourcen mit entsprechenden Geschmacksrichtungen. Es muss ja nicht gleich eine Getränkemarke mit ungesunden Süßungsstoffen sein 😉 Ich werde dazu mal Jan extra in einer E-Mail was schreiben und meine Hilfe hierfür anbieten. Denn meckern ist einfach, mitmachen umso schwerer. Ich kann noch nichts versprechen, aber zumindest hier im Blog erwähnen das ich mich für eine andere Auswahl an nicht alkoholischen Getränken für das nächste BarCamp Stuttgart 2020 im Rahmen meiner Möglichkeiten einbringen möchte.

Die Location ist seit Jahren eh super, der Hospitalhof ein absoluter Garant für eine gute Atmosphäre!

Was mich hin und wieder dann doch bei einzelnen BarCamperInnen störte war der Grund für deren Teilnahme: Nehmen! Weniger das Miteinander, sondern eher das einige Nutzen für sich herausschlagen möchten ohne miteinander konstruktiv zu kommunizieren oder zu vernetzen und der eigentliche BarCamp-Gedanke verloren geht. Auch einige Möchtegern-Hipster/Influencer waren da, blieben aber nur in einer kleinen Gruppe unter sich und machten sich über andere lustig. So eine Situation (passierte Sonntag zum Mittagessen) hätte ich gerne konfrontativ entschärft, aber wir mussten zeitlich gehen. Ich habe noch nie ein BarCamp erlebt wo sich Menschen über andere Menschen lustig machen. Das war nur einige Minuten so, aber ich werde beim nächsten Mal mehr Zeit einplanen und deutlicher werden. Wer andere Menschen aufgrund ihres Aussehens, Geschlecht oder anderen Merkmalen diskriminiert oder sich darüber lustig macht, ist eindeutig falsch bei einem BarCamp! Auch Menschen die nur an Profit und nicht an den Menschen in Sessions interessiert sind (habe das über andere Sessions erfahren) sind fehl am Platz – nicht nur meineserachtens. Oh, bevor ich hier zu viel noch aufschreibe, möchte ich eher den Blogbeitrag mit was Positivem beenden. 🙂

Während der Rückfahrt haben wir viele Tweets mitlesen können und fanden es sehr schön, wie viele beim Abbau und Aufräumen mithelfen konnten! Das verdient hohen Respekt und ist ein Teil des BarCamp Stuttgart. Menschen werden zu (On/Offline)-Freunden – es begegnen sich zuerst wildfremde Menschen, diskutieren über Gott und die Welt, lachen und singen miteinander. Und freuen sich auf das nächste Event sich zu begegnen. Apropos nächstes Event.

Herzliche Einladung zum BarCamp Rhein-Main im November in Wiesbaden:

🙂

Warst Du auch beim BarCamp Stuttgart? Wie war Dein Eindruck und was hast Du alles so an tollen Sessions erlebt oder möchtest Du was anderes kommentieren? Dann nurzu. Freue mich über Kommentare.

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