Warum ein Thread 🧵 – warum kein Blogbeitrag?

Schon früher zu Twitter Zeiten und auf anderen Plattformen, bei denen ein Beitrag auf Zeichen begrenz war, haben Menschen hintereinander folgende lange Beiträge geschrieben und diese auch als Thread (Faden) bezeichnet. Das war anfangs noch ziemlich cool (meine Meinung) und auch ich habe mich einige Male an solchen Thread-Beiträgen probiert oder auch einige wenige gemacht.

Aber mit der Zeit und die Veränderung der Plattformen und des vereinzelten Teilens von nur einem Fadenstrang und oftmals entzerrter Inhalte wurde es doch unübersichtlich. Wurde einem ein Teil nach dem Start des Thread-Anfangs in die Zeitleiste (Timeline) angezeigt, so konnte je nach Software und Platform der Anfang gefunden werden. Das war eigentlich auch praktisch um nachvollziehen zu können, worum es eigentlich ging. Doch dann wurden Möglichkeiten eingebaut, auf einzelne Threadstränge zu antworten und so verzwickte sich das immer mehr in ein wenig Chaos. So ging es mir zumindest oft. Also habe ich es gelassen selber Thread-Beiträge zu schreiben und fing an, meine Gedanken auf meinem Blog zu erstellen. Aber dann hab ich viele Gedanken doch eher im Entwurfsordner behalten, weil ich nach längerem Überlegen bemerkte, wie unwichtig dann einige Dinge wurden.

Ich muss zugeben, dass ich doch auch selbst jemand bin, der hin und wieder Threads in sozialen Netzwerken teilt. Ich spreche mich nicht gänzlich gegen Threads aus, aber wenn die Möglichkeit besteht das in anderer Form zu schreiben, würde ich es befürworten wenn ein wenig auf alte Hausmittel zurückgegriffen werden könnte.

Der oder Das Blog

Und ja, ich meine, anstelle von vielen aufeinanderfolgenden Textbeiträgen als „Thread“ 🧵 wäre es doch fast unmerklich unaufwendiger diese Texte auf einer Website (falls vorhanden) oder einem Blog (muss ja kein eigenes oder selbstgehostetes System sein!) zu veröffentlichen und dann die Leserschaft auf den Beitrag hinzuweisen. Das war schon vor Onlineplattformen wie Facebook, Twitter, Instagram und Mastodon so und wird es auch zum Glück bleiben. Denn wie schnell bestehende und kostenfreie (Wir bezahlen mit unseren Daten!) Umgebungen außer Kontrolle geraten, ist ja am Beispiel Twitter zu sehen – oder wir erinnern uns auch gerne an MySpace.

Ich könnte die uralte Diskussion ja auch wieder aufflammen lassen, ob es „Der Blog“ oder „Das Blog“ heißt. Mache ich aber nicht. Ich wollte nur eine kleine Zwischenüberschrift haben.

Vorteile Blog

Ob ein Blog jetzt unmengen Vorteile von einem Thread hat, mag jedes Individuum für sich selber entscheiden, ich maße mir da nicht an, etwas vorzugeben, es ist rein mein Empfinden und meine Erfahrung. Daher möchte ich einige Punkte als Vorteile eines Blogs auflisten. Ich verwende das Wort Blog. Es kann aber auch eine Website/Homepage, ein One-Pager oder ein Kommentar auf einer anderen Seite sein, die per Internetadresse (URL) kopiert und aufgerufen werden kann. Viele Punkte können, müssen aber nicht zwangsweise stimmen – und sind ohne Gewähr. 😉

Blogbeiträge können…

  1. … mit ähnlichem Zeitaufwand erstellt und veröffentlicht werden
  2. … schwer aus dem Zusammenhang gerissen und in anderem Kontext vervielfältigt werden
  3. … auch systemübergreifend gelesen werden (in den meisten Fällen)
  4. … Spaß machen
  5. … auch zu Interaktion führen durch Kommentarfunktion
    (jedenfalls früher mal, bezogen auf die Kommentare)
  6. … immer wieder aufgegriffen werden um bei Fragen nicht Texte neuschreiben zu müssen
  7. … auch Bilder und Videos enthalten
  8. … und müssen nicht immer SEO oder Trackinglastig sein
    (und auch völlig frei von Titel, Subtitel und Form sein)
  9. … als Zusammenfassung in Netzwerken zu mehr Verständnis führen
  10. … sich gegenseitig verlinken

Ich bin mir sicher, dass ich weitere Vorteile von Blogbeiträgen übersehe oder auch nicht erwähne. Von kommerziellen Blogs brauche ich nicht anzufangen, da gibt es sicher unzählige Beispiele wie erfolgreich mensch sein kann mit einem Blog. Kann mensch machen, muss mensch aber nicht.

Schon mal vielen Dank für das Lesen bisher. Du hast jetzt schon eine andere Meinung oder fragst Dich warum nur 10, es müssten 42 sein oder mehr sein? Dann keinen Zwang, schreibe Deine Meinung als Kommentar. 🙂


Nachteile von Threads

Nach den Vorteilen ist es doch üblich auch von Nachteilen zu sprechen, ich begrenze mich da schon auf die Nachteile von Threads und warum ich mich über eine „Twitterkultur“ ärgere. Auch und gerade bei Mastodon sehe ich seit Monaten verstärkt diese in meinen Augen schlechte Umgangsform. Die Zeichenbegrenzung bei Twitter war noch weniger, also mussten Inhalte stark verkürzt werden, um eine Botschaft so attraktiv zu gestalten, dass diese von vielen entweder favorisiert oder geteilt werden konnten, um eine hohe Reichweite zu generieren.

Auf Mastodon oder im Fediverse ist das eigentlich vielen eher egal, da geht es den überwiegenden Usern nicht zu sehr um die Reichweite oder wie populär ein Account ist. Und vielleicht daher sind einige andere mehr von Threads genervt oder wünschen sich da mehr eine kurze Zusammenfassung und Link zu einem Beitrag.
Ach ja, Nachteile von Threads…

Threads…

  1. … können gut gemacht sein, sind sie aber in den meisten Fällen nicht
    (meine Wahrnehmung ist nicht repräsentativ)
  2. … verebben und verpuffen mit der Zeit
  3. … sind zu lang und manchmal chronologisch nicht immer sofort ersichtlich
    (einige gute Beispiele fügen so Zahlen wie 3/10 ein, also 3ter Beitrag von 10)
  4. … sind oftmals ohne Themenzusammenhang nicht verständlich
  5. … waren mal lustig und gut
  6. … führen zu Blogbeiträgen
    (ach Moment, das ist ja eher was Positives!! Ha ha)

Tja, nur 6 Punkte. Gäbe wahrscheinlich auch hier mehr.


Warum kein Blogbeitrag?

Wenn schon Aufwand in einen längeren Thread gesteckt wird und dieser von einem Account publiziert wird, der auch über eigene Website/Blog verfügt, warum dann nicht als Blogbeitrag? Ich verstehe es einfach nicht, warum darüber nicht mehr nachgedacht wird. Ja, es ist einfach und bequem mit dem Smartphone schnell und einfach Texte hintereinander zu schreiben. Ja, nicht alle Blogsysteme haben coole und sexy Apps, aber meines Erachtens ist ein Blogbeitrag sehr wertvoll, wenn es um eine nachhaltigere Lösung geht. Also nachhaltig im Sinne von – ich mache mir die Mühe meine Gedanken als längeren Text mit Fotos, Bildern oder Videos oder anderen Medien (Audio?) in der verfügbaren Zeit zu investieren und kann dann später auf den veröffentlichten Beitrag immer verlinken und wenn nötig, sogar Follow-Up oder Nachverfolgungsbeiträge erstellen.

Die Gedanken zu diesem Blogbeitrag sind mir erst nach dem Schreiben eines Toots (bei Mastodon) eingefallen. Auch hier hätte ich ja zuerst den Beitrag schreiben können und dann darauf verlinken, aber ich gestehe, dass ich zuerst mal schauen wollte, ob der Mastodon-Beitrag Reaktion auslöst. Hat er dann für einige, und einige haben auch geantwortet.


Und wie ist Deine Meinung dazu?

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