Gute Idee – aber leider mit Bruchlandung

Ich mache mir nichts aus Vorsätzen, aber zumindest hatte ich mir die letzten paar Wochen aufgrund des milden Winters vorgenommen, von zuhause zur Arbeit mit dem Fahrrad entlang zu fahren, das sind ca 10-11 km, je nach Strecke, hatte auch online eine passende Strecke mit viel Grün (entlang der Nidda) rausgesucht – zur Not hätte ich auch entlang der Mainzer Landstraße fahren können. Natürlich nicht jeden Tag, aber mal zur Abwechslung wollte ich mal zur Arbeit mit dem Fahrrad fahren.

Am Abend zuvor also noch folgenden Tweet versendet:

Also am Tag (Dienstag, 08.01.2013) als es hell wurde Fahrrad überprüft, Luftpumpe, Ersatzhemd und Handtuch (um in der Arbeit zu wechseln) in Rucksack eingepackt, Helm aufgezogen und dann losgefahren. Die Strecke durch den Höchster Stadtpark und entlang der Nidda hab ich mir ausgesucht, auch weil nicht viel Verkehr und nicht viel los war. Doch weit kam ich nicht, nach einigen Kilometern war Schluss. Leider weiß ich nicht mehr genau, was exakt passiert ist oder warum ich stark die Bremsen angezogen habe, aber ich weiß noch sehr deutlich, wie ich über das Lenkrad flog und kopfüber auf dem Boden landete. Danach stand ich kurz auf und setzte mich an den Straßenrand. Mehr weiß ich nicht. Ich kam zu mir, als ich auf der Wiese neben der Straße lag und der Rucksack unterhalb meines Kopfes als Stütze eingerichtet war. Eine Helferin redete mir zu und meinte, dass ich einige Minuten bewusstlos auf der Straße lag, sie hätte mich dort liegend gefunden. Und ob ich ein Handy hätte, sie hätte keines da, damit man den Rettungsdienst informieren könnte. Ich gab ihr meines und realisierte erst jetzt, dass ich starkes Nasenbluten hatte, meine Jacke und Hände waren voller Blut, der rechte Handballen war aufgeschürft und brannte fürchterlich, konnte den rechten Arm nicht bewegen, der linke Ellenbogen und der Kopf verursachten starke Schmerzen. Dann sah ich meinen Helm, dessen Sonnenschutzklappe defekt war. Die Helferin teilte mir auch mit, dass sie den Rucksack vom Rücken entbunden hat und als Kopfstütze umfunktioniert hat. Sie gab mir ein Taschentuch und half mir, die blutverschmierten Stellen im Gesicht zu befreien. Nach einer Weile traf dann auch der Rettungsdienst ein (wie ich herausfand waren es zwei Männer von der Berufsfeuerwehr Frankfurt). Sie halfen mir hoch, ich war noch wackelig auf den Beinen und konnte mich nur durch deren Hilfe in den RTW auf die Trage legen. Die freundliche Frau vor Ort  (deren Namen ich nicht weiß) teilte den Rettungskräften mit, dass soeben eine andere Person mein Fahrrad zum Straßenbauamt mitgenommen hatte und auf einem Zettel Namen, Telefonnummer und Adresse hinterlassen hat. (Dies hab ich erst in der Ambulanz realisiert und wahrgenommen).

Der RTW fuhr mich zum nächstgelegenen Krankenhaus – und hey, was für ein Wunder, das ist genau gegenüber von meinem Zuhause. Ich musste angesichts der Situation kurz lachen und die Sanitäter stellten fest, dass ich trotz Unfall bei Sinnen war. In der Amulanz des Klinikum Frankfurt Höchst angekommen wurde ich erstversorgt von Krankenschwestern und eine erste Ladung brennende Desinfektion auf meine Wunden wurde aufgetragen. Danach ließ man mich alleine um den Röntgen vorzubereiten.

Und was macht der Alex? Realisiert mit Schrammen im Gesicht, an Händen und Füßen, dass die linke Hand nur noch das Handy bedienen kann – und checkt als erstes per foursquare ein:

Danach die Kollegen in der Firma informiert, dass ich einen Unfall hatte und deswegen nicht zur Arbeit kommen werde. Das Warten als Kassenpatient dann damit verbracht, weitere Statusmeldungen via Twitter / Facebook zu versenden, ist ja schließlich niemand vor Ort und neben einem, mit dem man reden könnte..:

Verletzung Nr 1. Den Rest fotografiere ich nicht. Zu ekelhaft… 🙁

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Lukas antwortete mir via Twitter auch mit einem lustigen Hinweisschild:

Und dann hab ich kurz meinen Helm fotografiert:

Meine Lebensversicherung – jeden Cent wert! Zittere gerade am ganzen Körper. Schock.

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meinfahrradhelm

Und in dem Moment habe ich erst realisiert, wie viel Glück und eventuell einen Schutzengel ich hatte. Der Helm hat meinen Sturz vor Schlimmeren verhindert. Das Röntgen ergab keine schweren Brüche oder Verletzungen, aber ich sollte bei Beschwerden nochmals die Klinik aufsuchen. Danach verpasste man mir eine Tetanusimpf-Spritze – sicher ist sicher, und konnte mit dem Arzt sprechen.

An dieser Stelle herzlichen Dank für euren schönen und aufmunternden Tweets, Nachrichten, Direktnachrichten, Facebookstatusantworten und SMS! Sowas tut ehrlich gut – und  nennt mich jetzt kitschig, aber in diesem Falle haben die sozialen Netzwerke ihre soziale Art gezeigt. Bitte seid mir nicht böse, wenn ich euch noch nicht einzeln geantwortet habe, das kommt noch mit einem extra dicken „Danke!“ 🙂

Für diesen Text habe ich sehr lange gebraucht, da ich immer noch nicht mit beiden Händen tippen kann und immer wieder Pausen einlegen muss, weil das sehr anstrengt. Tippe nur mit linker Hand und Fotos einfügen per Maus. Das ist schwerer als man denkt, auch das Anziehen, Trinken; Zaehneputzen etc  brauchen das x-fache an Zeit. Mich frustet das alles sehr. Aber inzwischen hat sich die Wunde endlich verkrustet und ist nicht mehr feucht – ja, das ist kein schöner Anblick und echt ekelhaft. Also die Genesung ist im vollen Gange. Glück im Unglück.

Werde erstmal nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, aber sobald ich mich wieder sicherer fühle und mal ohne Stress an einem Samstag in Ruhe als Ausflug die Strecke real und nicht via Google Maps abfahre, dann überlege ich mir das nochmal. Freue mich jetzt erstmal auf Montag, wieder zur Arbeit zu kehren. Nichts ist langweiliger als daheim die Genesung über sich ergehen zu lassen..

#GEZ heißt nun #Beitragsservice und das mit dem #Tatortreiniger

Der heutige Tag fing wieder gut an, der erste Arbeitstag im neuen Jahr, ich bin gesund, es ist nicht zu kalt, die Straßen waren frei und ich freute mich auf die heutige Fortsetzung vom „Tatortreiniger“ (aber dazu später mehr). Als dann auch noch dieser Tweet von @mahrko über den Bildschirm huschte, musste ich ihn retweeten und schmunzeln:

[tweet https://twitter.com/mahrko/status/286832545092476928 lang=’de‘]

Auf Twitter gab es positive, wie auch negative Reaktionen und Nörgler, die wieder was zum „draufhauen“ gefunden hatten. Ich finde es richtig, was die öffentlich-rechtlichen Sender betreiben mit ihren digitalen Inhalten im Netz. Nur das mit der Vorhaltezeit von 7 Tagen nervt mich ja noch.. nicht nur mich…
Was mich aber eigentlich zum Schmunzeln brachte, war auch der zeitliche Zusammenhang mit dem Nachrichtenwert, dass die beliebte GEZ seit Jahresanfang so nicht mehr existiert:

Screenshot gez.de
Screenshot gez.de

Liebe Kundin, lieber Kunde,

die Seite www.gez.de steht seit dem 31.12.2012 nicht mehr zur Verfügung.

Mit der Einführung des Rundfunkbeitrags finden Sie
alle Informationen, Rechtsgrundlagen und Online-Formulare
zum neuen Rundfunkbeitrag unter

www.rundfunkbeitrag.de

Ich quotiere hier einfach piraten-typisch die Meinung der Piratenpartei Deutschland dazu:

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben einen neuen Namen für die GEZ. Ein »Beitragsservice« wird ab jetzt von allen Privathaushalten, Büros und Firmen 17,98 Euro im Monat an Rundfunkgebühren einziehen – und zwar pauschal und unabhängig von den tatsächlich für den Rundfunkempfang nutzbaren Geräten. Dazu soll auch weiterhin das Einwohnermeldeamt die Meldedaten beisteuern. Nur geht es dieses Mal nicht mehr nur um eine Datenbank einzelner Beitragszahler, sondern um die Ermittlung ganzer Haushalte inklusive Angaben zu Wohnverhältnissen, Zweitwohnungen und Dienstwagen. Die neue GEZ kann sich damit ein Schatten-Melderegister aufbauen, dass sich jeder Kontrolle durch den Bürger entzieht. …

Nun wollen wir dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk weder seinen einen hohen Wert für die gesellschaftliche Aufklärung noch seinen wichtigen Bildungsauftrag absprechen. Um diesen Auftrag zu erfüllen, muss selbstverständlich die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von privatwirtschaftlichen Interessen gewährleistet sein. Deshalb ist es mehr als legitim, dass Hörer und Zuschauer sich an der Finanzierung beteiligen. Allerdings zweifeln wir an, dass eine pauschale Gleichbehandlung aller Haushalte unabhängig davon, wie viele Personen im Haushalt leben und wie viele Geräte für den Rundfunkempfang genutzt werden, gerecht ist. Singles, Studierende und Alleinerziehende, die gegebenfalls wirklich nur einen Internetanschluss haben, werden mit der neuen Rechnung z. B. überproportional hoch belastet. …

Wir Piraten fordern Transparenz und Bürgerbeteiligung auch bei der Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Hier spielen nicht nur die Sendeformate selbst eine Rolle. Auch die Besetzung der Entscheiderpositionen bei den Sendern wie auch die Zusammensetzung der Rundfunk- und Fernsehräte muss nachvollziehbar gestaltet werden: Wer wird warum ausgewählt und zu welchem Gehalt? Ist bei der Auswahl der Personen für die wichtigen Positionen durch die Parteien überhaupt politische Unabhängigkeit gegeben? Wie sollen Gremien, die von der Politik gewählt werden, ihrem Auftrag gerecht werden, ebendiese Politiker durch kritische Berichterstattung zu kontrollieren. …

Schließlich muss neben der Einnahmenseite auch die Ausgabenseite verbessert werden. Auch bei der Frage, was mit den steuerfinanzierten Inhalten geschieht, ergeben sich neue Möglichkeiten durch die neuen Medien. So ließe sich zum Beispiel durch eine verstärkte Nutzung von Werken unter freien Lizenzen und der freien Lizenzierung eigener Produktionen das Online-Angebot deutlich verbessern und dauerhaft verfügbar machen. Die freie Lizenzierung gewährleistet Beitragszahlern eine Nachnutzung der durch die Gebühren bezahlten Inhalte. So begrüßen wir ausdrücklich neue digitale Strategien der öffentlich-rechtlichen Sender wie etwa die Tagesschau-App und halten den Rechtsstreit in dieser Sache für absurd und nicht zeitgemäß.

Quelle: http://www.piratenpartei.de/2013/01/03/das-offentlich-rechtliche-fernsehen-auf-gerechtigkeitskurs/

Seit gestern und wieder auch heute weiß ich, warum ich u.a. GEZ-Gebühren, äh den neuen Rundfunkbetrag bezahle. Ich will mehr von Nachrichten, Informationen und Dokumentationen haben, weniger von Florian Silbereisen und Musikantenstadl-Scheiße, ich will mehr von… ja, auch vom „Tatortreiniger„. Heute lief mit eine der besten Folgen überhaupt, Folge 7 „Schottys Kampf . Ist auch auf Facebook zu finden: https://www.facebook.com/tatortreiniger. Großes Lob an den NDR, der das auch ausstrahlt. Alles Weitere und Wissenswerte ist auf deren Seiten zu finden 😉