Juristisches Nachwehen wegen Prügelvideo aus Tübingen

Ihr erinnert euch noch? Letzten November tauchte im Netz (hauptsächlich auf Facebook) das Prügelvideo aus Tübingen von den Jugendlichen auf, ich bloggte darüber wie man/frau das Video bei Facebook melden könnte, und auf vielen Kommentaren von Leuten die es teilten gab es unterschiedliche Reaktionen – der Tenor des Ganzen war, das viele über die Tat erschrocken waren.

Nun fand die nicht-öffentliche Gerichtsverhandlung in Tübingen statt, das schwäbische tagblatt berichtet.

Ich werde hier keine Wertung über die Jugendlichen äußern, das ist so schäbig und billig von der Tastatur aus. Jedenfalls bin ich eher geschockt, wie sehr es bei Facebook „normal“ geworden ist oder wurde, schockierende (Gewalt) Videos/Fotos zu teilen und darüber dann auch Kommentare zu schreiben. Und die meisten Kommentare sind einfach unterirdisch. Anscheinend gibt es keine Medienkompetenz oder Erziehung in den Fragen des privaten Datenschutzes und des Recht am eigenen Bild. Völlig zurecht finde ich daher das Urteil der Richter, wie hier von tagblatt.de zitiert:

In ihrem Urteil folgten die Richter weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Richter hoben dabei hervor, dass das Opfer durch die Verbreitung des Videos im Internet weiter beständig mit der Tat konfrontiert bleibt.

Vielleicht auch anders erklärt. Das Internet vergisst nichts. Auch und erst recht nicht Facebook. Das mag sich für Jugendliche langweilig oder gaga anhören, aber die Situation kann eintreffen, bei denen die Jugendlichen sich irgendwo bewerben möchten und die Person ihnen gegenüber erkennt die Jugendlichen durch das dämliche Video von damals. Und schon sind ihre beruflichen Chancen eingeschränkt worden. Ich meine hier nicht nur die Täterinnen, sondern spreche auch von der Misshandelten (Opfer) die weiterhin keine Chance hat sich zu wehren.

Das ich die Aktion und die Gewalt für dämlich halte ist klar, für saudämlich und verantwortungslos ist die Person, die das Video online und erst publik gemacht hat – nebenbei, auch hier hätte die politische Forderung der Vorratsdatenspeicherung (SPD-Deutsch: Mindestspeicherfrist) nicht geholfen. Die Tat ist schon längst passiert.

Ich sehe es wie das Gericht:

„Auch Filmen kann Gewalt sein“

Eure Meinung?

Löscht das Prügelvideo und meldet es Facebook – Anleitung um Videos zu melden

Immer wieder kommt es vor, das auf Facebook Videos geteilt und kommentiert werden und viele betroffen sind und sich Aggressionen aufbauen. Solche Videos helfen nicht dem Opfer – und die Person welche das Video verbreitet/veröffentlicht, macht sich nebenbei auch noch ggfs. strafbar. Aktuell ist sowas auch in Tübingen passiert und ich habe auch nur davon erfahren und das Video gesehen (leider) weil es über Kontakte geteilt wurde – ich habe die entsprechenden Kontakte gebeten das Video zu löschen, was sie auch gemacht haben. Danke.

Viele wissen aber nicht, wie solche Videos zu melden sind, daher möchte ich hier eine Anleitung dazu schreiben. Ehrlich – so eine Meldung an Facebook braucht nicht viel Zeit, 2-3 Minuten und je mehr Personen das Video an Facebook melden, desto mehr hoffentlich erhöht sich der Druck auf Facebook solche Videos zu löschen. Bei solchen Videos gilt es das Opfer zu schützen! Abgesehen davon finde ich es ein Unding solche Videos zu teilen und blöde Kommentare oder Aufrufe zur Selbstjustiz zu schreiben.

Anleitung um Videos bei Facebook zu melden
(mit der Hoffnung, das Facebook es auch erfährt und durchführt)

1. Schritt: Den Beitrag mit dem Video aufrufen (Ursprungsbeitrag!)

videopost

2. Schritt: Auf „Video melden“ klicken: Screenshot from 2014-11-20 19:52:59

3. Schritt: Entsprechen „Button“ / Knopf auswählen, in diesem Fall „Gewalt oder verletzendes Verhalten“

meldung01

4. Schritt: Den Autor/die Autorin des Beitrages auffordern das Video zu löschen und Facebook melden

meldung02

Das war es. Facebook meldet dann noch ein „Danke“ Screenshot from 2014-11-20 19:24:00

Und du kannst die Aktivität in der „Supportkonsole“ bei Facebook nachverfolgen.

supportkonsole_facebook

Im optimalen Fall ist der Beitrag bald verschwunden und der Link dürfte dann ins Nichts führen, bzw zu einer Fehlermeldung:

Screenshot from 2014-11-20 19:20:01

Nachtrag: In einer online Ausgabe der Stuttgarter Zeitung wird auf mich verwiesen, allerdings ohne Link zu diesem Blogbeitrag.. Nun gut, ich bin mal so modern und setze dafür den Link zu dem Beitrag. 😉

 + + + + NACHTRAG / UPDATE + + + +

Es gab eine gerichtliche Verhandlung in Tübingen, hier mehr Infos, 4.3.2015

Video: 2veritasium – The Problem With Facebook

A really interesting video from „2veritasium“ about the problem with facebook:

Link: https://www.youtube.com/watch?v=l9ZqXlHl65g

Facebook is a complex ecosystem of individuals, creators, brands and advertisers, but I don’t think it serves any of these groups particularly well because its top priority is to make money. Now, I don’t think making money is a bad thing, in fact I hope to make some myself. The problem is the only way Facebook has found to make money is by treating all entities on the site as advertisers and charging them to share their content.

This business plan backfires because 1) not all entities ARE advertisers and 2) it was the content from these people, specifically friends, family, and creators that made the site worth visiting in the first place. Now the incentives are misaligned:
– individuals want to see great content, but they are now seeing more paid content and organically shared content which appeals to the lowest common denominator (babies, weddings, and banal memes)
– creators want to reach fans but their posts are being throttled to force them to pay to be seen
– brands and advertisers have to pay once to advertise their page on Facebook, and then pay again to reach the people who have already liked their page. Plus Facebook is not a place where people generally go to buy things.

Facebook stands in contrast to other social media like Twitter, YouTube, and Instagram where all content is shared with all followers.