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Frieden in den Lehrplan – Unterstütze den Antrag für die Grünen Bundesdelegiertenkonferenz BDK in Berlin

Frieden in den Lehrplan: Warum Schulen mehr als Wissen über Krieg vermitteln sollten

Krieg in der Ukraine, Konflikte in Nahost, Debatten über den Wehrdienst: Junge Menschen sind von den aktuellen Kriegen besonders betroffen. Auf der Bundesdelegiertenkonferenz im Dezember wollen wir Grüne deshalb die Friedensbildung an Schulen stärken.

Die aktuellen Kriege betreffen junge Menschen in besonderer Weise. Sie sollen Wehrdienst leisten. Die hohen Schulden für Aufrüstung gehen zulasten von Investitionen in ihre Zukunft, etwa in Bildung und Klimaschutz. Und die internationalen Konflikte sind längst im Schulalltag angekommen, auf dem Pausenhof ebenso wie im Klassenzimmer.

Junge Menschen haben ein Recht auf Mitsprache. Um es gut informiert nutzen zu können, brauchen sie die Chance, sich differenziert mit Krieg und Frieden auseinanderzusetzen. Deshalb wollen wir Friedensbildung fest in der Schule verankern. Gemeint ist weit mehr als Wissen über Konflikte: Es geht um Kompetenzen für einen gewaltfreien Umgang miteinander, um friedensfördernde Haltungen und um Friedenshandeln im eigenen Umfeld. Das brauchen wir angesichts eskalierender Konflikte weltweit und wachsender Polarisierung auch in unserer Gesellschaft.

Was wir fordern

1. Friedensbildung strukturell verankern. Die Bildungsministerkonferenz soll Friedensbildung als Querschnittsaufgabe in ihren Beschlüssen festschreiben. Sie kann dabei auf den bestehenden Empfehlungen zu Demokratie-, Menschenrechts- und Nachhaltigkeitsbildung aufbauen. Ein eigener Beschluss wäre ein sichtbares Zeichen.

2. Friedensbildung in die Lehrpläne aufnehmen. Sie soll von der Grundschule bis zur Oberstufe in allen Schulformen als verbindliches, fächerübergreifendes Lernfeld gelten. Da jedes Bundesland seine Lehrpläne anders gestaltet, schlagen wir eine länderübergreifende Lehrplanstudie vor, die Bedarfe und Potenziale aufzeigt.

3. Lehrkräfte stärken. Lehrkräfte stehen mitten in diesen Konflikten und müssen darauf eingehen. Friedensbildung gehört deshalb ins Lehramtsstudium, ins Referendariat und in die Fortbildung. Dafür braucht es Lehrstühle an Hochschulen und Fachstellen in allen Bundesländern, die Schulen mit Fortbildungen und Materialien unterstützen.

4. Außerschulische Partner stärken. Beim Thema Krieg und Frieden sind an Schulen bisher vor allem Jugendoffiziere der Bundeswehr präsent. Dabei sind im Auftrag der Bundesregierung auch zivile Fachkräfte in Krisengebieten tätig, etwa über das Auswärtige Amt oder den Zivilen Friedensdienst. Ihre Arbeit ist in Deutschland kaum bekannt. Wir wollen Servicestellen für Friedensbildung und passende Förderprogramme stärken, damit mehr Fachleute mit unterschiedlicher Expertise in die Schulen kommen.

Der nächste Schritt

Die Impulse gehen auf die Kampagne „Frieden in den Lehrplan“ zurück, getragen von Pro Peace gemeinsam mit Partnern wie der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, der Berghof Foundation, dem Bund für Soziale Verteidigung, pax christi und gewaltfrei grün. Die 52. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen vom 4. bis 6. Dezember 2026 in Berlin soll die Forderungen beschließen. Unsere Abgeordneten und Arbeitskreise sollen sie dann auf Landes- und Bundesebene umsetzen.

Mach mit: Mehr zur Kampagne findest du unter https://www.propeace.de/de/unsere-arbeit/politik-kampagnen/frieden-in-den-lehrplan.


Möchtest Du den Antrag auch unterstützen? Dann geht das hier: https://antraege.gruene.de/52bdk/Frieden-in-den-Lehrplan-10685

Zum Zeitpunkt, als ich den Antrag unterstützt habe, war der Antrag noch nicht eingereicht. Nötig sind mindestens 91 Mitantragsteller*innen, davon 46 Frauen (aktueller Stand: 59 / 27).

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